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"Wie quäle ich den Verschluss" oder "Zeitrafferexperiment"

Dieses Thema im Forum "Sonstiges" wurde erstellt von Proglifter, 19. April 2010.

  1. Proglifter

    Proglifter canikon Mitglied

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    Hallo liebes Canikon-Forum.

    Demnächst wird neben meiner Wohnstättel ein Fertighaus hochgezogen. Ein beliebtes Objekt für Zeitrafferaufnahmen.
    Gleich mal die Möglichkeiten gecheckt:
    Da gäbe es also Kabelfernauslöser mit Timer ab ca. 60 Euro. Ist mir eigentlich zu teuer, da ich so etwas nicht ständig machen will. Zufällig bin ich aber auf das Programm DCamCapture gestoßen. Läuft mit meiner D90. Der kurze Test im Wohnzimmer war vielversprechend.
    Heute hab ich dann mal ein längeres Experiment gewagt: Wolken spotten, ne ganze Stunde lang. Alle 10 Sekunden ein Foto. Macht 360 Bilder für einen Film mit ca. 14 Sekunden Länge.
    Erst dachte ich, die Wolken wären heute zu langsam, hat aber doch ganz gut geklappt.

    Für die Nachahmer noch einige Tipps:
    - Erst fokussieren, dann den AF abschalten. Sonst fährt das Ding evtl. spazieren und es gibt zwischendrin unscharfe Bilder
    - Blende fest einstellen
    - Belichtungszeit fest einstellen (hab ich vergessen, deswegen flimmert der Film etwas)
    - Weißabgleich fest einstellen

    Kein Video im gedachten Sinne dieses Unterforums aber doch ein Video:
    [video=vimeo;11056998]http://www.vimeo.com/11056998[/video]

    Noch der Link zum Programm:
    DCamCapture
     
  2. zoz

    zoz Moderator

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    Toll!

    Ich oute mich mal als nixwisser:
    Wie macht man aus den Einzelbildern denn einen Film?
     
  3. Mark

    Mark Administrator

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    Uiii, TimeLapse? Das wollt ich auch schonmal probieren - was braucht man denn dazu an Software? In welcher Auflösung schiesst Du? Ach ja - und was machst Du, wenn mitten im Bau des Fertighauses der Akku schlapp macht?
     
  4. Proglifter

    Proglifter canikon Mitglied

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    Ich nutze das Programm kdenlive unter Linux. Einfach die Bilder mit der Laufzeit "1 Frame" in die Zeitleiste einfügen und dann rendern.
    Soll in Windows mit dem MovieMaker auch recht einfach klappen.

    DCamCapture funktioniert mit so ziemlich allen aktuellen Nikon-DSLRs. Dazu das normale USB-Kabel der Kamera und los gehts.
    Jedes Video-Schnittprogramm sollte die Einzelbilder zum Film machen können.
    Die Bilder habe ich in der niedrigsten Auflösung gemacht - ist immer noch mehr als Full-HD.

    Mit dem Akku muss man ein bisschen tricksen. Alles weg was Strom braucht:
    - VR aus (steht eh aufm Stativ)
    - die ganzen LEDs im Sucher aus
    - Bildrate verringern. usw.
    Könnte trotzdem ein Problem werden. Die Bilder für's Video haben ca. 30% Akku-Leistung gekostet. Ich rechne mit 1.000 Bildern pro Tag. Das ergibt einen Film mit 40 Sek. Länge (bei 25 FPS).
     
  5. Thosch

    Thosch Aktiver canikon

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    Moin moin,

    ein Problem bleibt noch zu knacken, das bereits erwähnte manuelle Einstellen der Belichtung...
    Die Automatische Belichtung arbeitet für ein Video-Rendering leider nicht konsistent genug, was sich durch ein deutliches Flackern bemerkbar macht.

    Aber wenn man die Belichtung manuell einstellt, heißt das andererseits, daß man die Aufnahmen nicht nebenbei laufen lassen kann, da man auf jede Änderung der Lichtsituation reagieren muß... (wird wohl für ein Baufortschritts-Video kaum infrage kommen)
    Wenn z.b. Wolken durchziehen und abwechselnd Sonnenschein und Schatten herrscht, kommt man um eine Anpassung der Belichtungszeiten nicht herum.
    Sonst saufen entweder die Schattenszenen völlig ab, oder die Sonnenscheinszenen brennen aus.

    Eine Möglichkeit, nach der ich noch suche wäre eine Software, die bei den mit Automatischer Belichtung geschossenen Fotos die Helligkeit vor dem Rendern des Videos angleicht und Ausreißer nach oben oder unten korrigiert.
    Aber so eine Software ist mir bislang nicht bekannt. (wenn jemand da etwas kennt wäre ich für einen Hinweis dankbar).

    Helfen kann noch, den Belichtungsmeßmodus zu wechseln, manche Kameras machen im Modus "mittenbetonte Integralmessung" weniger Ausreißer aber das muß man mit einem Testvideo für jedes Kameramodell ausprobieren. Einen Versuch ist es sicher wert.

    Habe schonmal Timelapse-Videos mit meiner EOS 20D gemacht, zum Rendern habe ich die Freeware VirtualDub und den XVid-Codec verwendet. Belichtungseinstellung erfolgte dabei manuell.

    [​IMG]

    Achja, es handelt sich um ein Video von Nachtleuchtenden Wolken (auch als NLC, Abk. für noctilucent clouds bezeichnet). Das sind stratosphärische Wolken, die in ca. 85km Höhe weit über dem Wettergeschehen liegen und im Hochsommer manchmal im Norden auftreten.
    NLC sind in der späten Abenddämmerung bis ca. 2h vor lokaler Mitternacht und dann wieder ab ca. 2 h nach lokaler Mitternacht sichtbar, da sie aufgrund ihrer gewaltigen Höhe dann noch von der Sonne beschienen sind.

    Gruß,
    Thorsten
     
  6. Hans Schaechl

    Hans Schaechl Aktiver canikon

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    Moin Steffen,

    z.B. mit VirtualDub. Erstes JPG-Frame öffnen, dann erkennt das Programm bei fortlaufend numerierten
    Bildern eine Sequenz, dann als AVI speichern. Wenn gewünscht, kann man mit sog. Filtern beim Erzeugen
    des AVIs noch Umrechnung der Ausgabegröße und fast beliebige andere Bildmanipulationen anstellen.

    Grüße,
    Hans
     
  7. m.gilg

    m.gilg Aktiver canikon

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    Ich habe mir schon einmal überlegt, ob ich mir für solche Zwecke eine günstige Kompactdigi mit manueller Steuerung anschaffen soll. Diese würde ich auf elektronische Fernauslösung umbauen. Auf die Dauer belastet die Geschichte, wie es im Titel schon angedeutet ist, den Verschluss eine DSLR schon erheblich. Wenn ich bei solch einem Fall ca. 1000 Bilder pro Tag schieße, ist der Verschluss einer normalen Consumer-DSLR unter Umständen schon nach 40 Tagen dem Tode nahe. Es kann ja auch eine ältere Digi mit einer geringeren Auflösung sein. Für Filme werden ja eh keine hochauflösenden Bilder verlangt.
     
  8. Udo

    Udo Gesperrt

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    Die Canon G9 (höhere vermutlich auch) haben Zeitraffer eingebaut. Da wäre mir mein DSLR-Verschluss auch zu schade.
    Der fertige Film ist dann gleich von der Karte abrufbar, nix mehr rendern.
     
  9. Carsten

    Carsten Moderator

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    Also meine 400D hat die 2600 Auslösungen in 45 Minuten gut überstanden, der Zähler müsste jetzt knapp bei 60.000 sein, aber die Cam schnurrt noch wie am ersten Tag!
     
  10. Udo

    Udo Gesperrt

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    Wirkt denn wohl die Spiegelvorauslösung für den gesamten Zeitrafferzyklus? Das würde die ganze Angelegenheit ja schon mal eine Ecke leiser machen. 4000 mal KLACK pro Stunde würde mich aus den Socken hauen.
     
  11. Hans Schaechl

    Hans Schaechl Aktiver canikon

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    Moin Udo,

    die normale DSLR-Kamera weiß ja nichts von Zeitraffer. Der Intervall-Timer löst beim ersten Auslösen
    die SVA aus, wenn man sie denn aktiviert hat, und beim nächsten Auslösen den Verschluss. Danach
    ist der Spiegel wieder unten. Damit sind's dann doppelt soviel "Klacks". ;)

    Grüße,
    Hans
     
  12. Hans Schaechl

    Hans Schaechl Aktiver canikon

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    Und noch ein Tipp aus eigener Erfahrung:

    - Bildstabi abschalten, sofern vorhanden, sonst "wandert" das Bild gerne mal, was im Zusammenschnitt dann extrem unruhig wird

    Grüße,
    Hans
     
  13. Proglifter

    Proglifter canikon Mitglied

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    Gefunden aber noch nicht getestet: Deflicker Filter for VirtualDub

    Das setze ich beim Fotografieren vom Dreibein sowieso voraus.
     
  14. Proglifter

    Proglifter canikon Mitglied

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    So, letzte Woche habe ich in der Bucht eine D40 sehr günstig bekommen.
    Bei dem Wetter habe ich gleich einen erneuten Versuch gestartet.
    Blende 11, Belichtung 1/500s, Weißabgleich auf sonnig.
    Ich möchte betonen, dass der ganze Film - von der Aufnahme bis zum Rendern - mit Linux entstanden ist.

    [video=vimeo;11966922]http://www.vimeo.com/11966922[/video]
     
  15. Thosch

    Thosch Aktiver canikon

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    Hallo Jochen,

    interessantes Video, man sieht schön, daß die Luft in verschiedenen Höhen in unterschiedliche Richtungen strömt.
    Die niedgigen Cumulus-Wolken ziehen von rechts nach links, während sie ständigen Neubildungs und Abbauprozessen unterliegen.
    Gegen Ende des Videos sieht man ein paar Cirrus-Bänder, die sich in der Höhe von der Kamera weg bewegen, die Strömung in größerer Höhe (die Cirren liegen > 10km)
    ist also offensichtlich praktisch im rechten Winkel zur Strömung in ca. 1km Höhe.

    Wieviele Bilder hast Du verarbeitet, und in welchem Intervall hast Du die aufgenommen?

    Gruß,
    Thorsten
     
  16. Proglifter

    Proglifter canikon Mitglied

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    Hallo Thorsten,

    1 Stunde, alle 10 Sekunden ein Foto, macht 360 Bilder.
    Das Video hat 25 Bilder pro Sekunde.
     
  17. Proglifter

    Proglifter canikon Mitglied

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    Ergänzung:
    Ich habe das heute Nachmittag mal genauer beobachtet. Die Cirrus-Bänder sind die Kondensstreifen der Flugzeuge. Ich wohne quasi unter einer "Luftstraße".
    Hier ein Foto von heute:

    dsc_7031b.jpg
     
  18. m.gilg

    m.gilg Aktiver canikon

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    sind auch um die 10km über dem Boden;D

    nein im Ernst: starrk :D

     
  19. Proglifter

    Proglifter canikon Mitglied

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    Cloud Spotting Finale

    Hallo,

    nun mein vorerst letzter Versuch zum Thema Cloud-Spotting.
    Nachdem ich meinen Workflow in Linux stark optimiert habe, habe ich die D40 noch mal an mein Notebook angeschlossen. Unglaubliche 2485 Fotos in dreieinhalb Stunden lassen sich aus einer Akkuladung leiern, wenn man im M-Modus fotografiert (also der Belichtungsmesser nicht benötigt wird). Auf einem flotten Rechner rendert ffmpeg den Film (h.264) in wenigen Minuten. Diesmal waren die Wolken schneller. Der Aufnahmeintervall lag bei 5 Sekunden.

    Hier das Ergebnis. Viel Spass beim angucken!

    [video=vimeo;12055203]http://vimeo.com/12055203[/video]
     
  20. Benno Steuernagel-Gniffke

    Benno Steuernagel-Gniffke canikon Legende

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    Moin Jochen,

    es scheint kein öffentliches Video zu sein, sondern nur eins für angemeldete vimeo-Nutzer.