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Kaiserstuhl - Fotoreise

Dieses Thema im Forum "Fotoreisen National / International" wurde erstellt von Andy, 17. Mai 2011.

  1. Andy

    Andy Aktiver canikon

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    Der Kaiserstuhl ist ein bis 556m hohes Mittelgebirge vulkanischen Ursprungs in den Landkreisen Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald im Südwesten Baden-Württemberg. Er erstreckt sich auf ca. 16km Länge und einer Breite von ca. 12,5km.
    Klimatisch zählt der Kaiserstuhl mit stellenweise mediterranem Klima zu den wärmsten Orten Deutschlands mit vergleichsweise milden Wintern und warmen bis heißen Sommern, die teilweise sogar Durchschnittstemperaturen von über 20 Grad in den Monaten Juli und August aufweisen können. Durch seine mit Löss bedeckten vulkanischen Böden ist er ein sehr gutes Weinanbaugebiet. Die klimatischen Voraussetzungen des Kaiserstuhls heben sich von seiner Umgebung deutlich ab. Er liegt im Regenschatten der Vogesen, dem Einfluss der Burgundische Pforte, und hat ein trockenheißes Klima, wie man es sonst eher im mediterranen Raum erwarten würde.
    Das Klima des Kaiserstuhls erklärt auch die große Fülle an wärmeliebender Flora und Fauna. Beispielsweise ist der Kaiserstuhl einer der Orte mit der größten Orchideenvielfalt in Europa - mehr als 30 Arten wurden registriert. Zwischen den Rebstöcken wuchern wilde Traubenhyazinthen, und an Böschungen blühen Schwertlilien. Außerdem leben hier Smaragdeidechsen und Gotteseanbeterinnen (Mantis religiosa) – Arten, die ihren Verbreitungsschwerpunkt im mediterranen Bereich haben. Außerdem gibt es hier 728 Großschmetterlings- und 1300 Käfer-Arten, sowie seltene Vogelarten wie den Bienenfresser und Wiedehopf.
    Angelika (Chamäleon) und ich begannen unsere Wanderung am Waldparkplatz des Eichelspitzturms bei Eichstetten, den wir schon von früheren Besuchen kannten. Als wir unsere Rucksäcke aus dem Auto holten, fiel uns sofort die Unmengen an toten Maikäfern am Boden auf. Dieser Anblick begleitete uns noch das ganze Wochenende. Die Wanderwege waren übersät von hunderten toter oder sterbender Maikäfer.
    Mein Anfangsverdacht bestätigte sich schnell, nachdem ich einige Auskünfte einholte und zudem noch im Internet reserchierte. Über dem Kaiserstuhl wurde Mitte April 2011 das biologische Pflanzenschutzmittel "NeemAzalT/S" per Hubschrauber versprüht, um in diesem Hauptflugjahr die Käferplage einzudämmen. Eigentlich sollte der innere Kaiserstuhl, aufgrund seiner vielen NSG davon unberührt bleiben, die vielen toten Käfer, zeigen jedoch ein anderes Bild.
    Wie mir der Nabu auf Anfrage bestätigte, tötet das versprühte Gift auch zahlreiche andere Käfer und Insekten, wie beispielsweise Schmetterlinge. Zudem nehmen zahlreiche Reptilien,Amphibien und Vögel durch die Nahrungsaufnahme solcher Käfer ebenso Gift auf. Obwohl der Nabu einen sofortigen Stop der Sprühaktion forderte, wurde 14 Tage später die Aktion wiederholt.
    Jetzt aber wieder zurück zum eigenen Thema.
    Wir waren keine 5min. unterwegs, als wir wiederrum eine traurige Entdeckung machten. Mitten auf dem Waldweg lag eine, vermutlich durch einen Radfahrer überfahrene Blindschleiche. Uns schwante schon böses, ob wir heute überhaupt etwas lebendiges vor unsere Kameras bekommen würden?
    Dann, kurz bevor wir die Anhöhe des Eichelspitzturms erreicht hatten, das erste Lebenszeichen. Eine
    junge, bleistiftdicke Ringelnatter kreuzte unseren Weg. Jedoch als wir näher kamen stellte sie sich tot.
    Sie verdrehte ihren Körper und ließ ihre Zunge heraushängen. Damit nicht auch sie Opfer eines Radfahrers wurde, trugen wir sie ein paar Meter in den Wald hinein und setzten unseren Weg in Richtung NSG Badberg fort. Wir folgten dem linken Pfad bergab in Richtung Altvogtsburg. Auf dem Weg dahin, begegneten wir zahlreichen Smaragdeidechsen, die allerdings größtenteils Reißaus nahmen, bevor wir unsere Kameras bereit hatten. Dennoch gelang es, ein paar wenige abzulichten --> siehe mein letzter Beitrag in der Makro-Rubrik.
    Dann plötzlich die erste Sensationssichtung, vor mir auf einem Grashalm saß ein Libellen-Schmetterlingshaft (Libellen-Schmetterlingshaft). Ganz vorsichtig näherten wir uns und es gelangen tatsächlich ein paar Bilder. Das sollten jedoch die Einzigen sein, die uns von diesem äußerst scheuen Insekt gelangen. Das ganze Wochenende über kamen wir nur auf ca. 5m an sie heran, obwohl sie dort in großen Anzahl anzutreffen waren.
    In Altvogtsburg angekommen, legten wir ein kleine Rast im Gasthaus Rössle ein, indem man übrigens hervorragend speisen kann. Nach unserer Gerstensaft-Stärkung ging es weiter in Richtung Badloch, einer heilkräftigen Quelle am Fuss des Badbergs. Auf dem Weg dorthin konnten wir noch etliche Käfer, Spinnen und eine Blaue Holzbiene ablichten, die mit 28mm die größte heimische Bienenart ist. Mit den kräftigen Kauwerkzeugen ist sie in der Lage Röhren für die Nistgänge in das Holz zu beißen.
    Am Badloch angekommen, nahmen wir den steilen, engen Pfad durch die urwaldbewachsene Schlucht hoch zum Badberg. Auf halbem Weg dorthin trafen wir auf einer der vielen Blumenwiesen auf ein Pärchen roter Mordwanzen die innig miteinander beschäftigt waren. Diese, bis zu 2cm großen Raubwanzen leben nur an sonnigen und trocken-warmen Orten. Sie ernähren sich ausschließlich räuberisch von verschiedenen Insekten, die oft größer sind, als sie selbst. Die Beute wird durch den kräftigen Stechrüssel rasch abgetötet und ausgesaugt. Sie können bei Gefahr auch dem Menschen sehr schmerzhafte Stiche verabreichen. Sie steht auf der roten Liste der gefähtdeten Tiere in Deutschland.
    In den Blumenwiesen konnten wir auch zahlreiche Raupen und einige Orchideenarten entdecken.
    Am Gipfel des Badbergs angekommen, genossen wir die herrliche Aussicht auf die Vogesen, den Schwarzwald und die Rheinebene. Danach ging es weiter am Pfad entlang des Badbergkamms, verfolgt von zahlreichen Schmetterlingen, Faltern und Libellen-Schmetterlingshaft, die jedoch wenig willens waren, für ein Portrait still zu halten. Der Pfad endete dann wieder auf der Anhöhe des Eichelspitzturms, von dem aus wir wieder zurück wanderten zum Waldparkplatz. Es gibt am Kaiserstuhl natürlich noch jede Menge anderer Touren, die alle sehr gut ausgeschildert und gekennzeichnet sind.

    Hier nun einige Bilder, die ein klein wenig die Flora und Fauna wiedergeben, wie wir sie am Wochenende angetroffen haben. Hier jeden Käfer, Schmetterling oder sonstiges Getier, welches wir ablichen konnten einzustellen, würde den Rahmen sprengen. Für Natur- und Makrofotografen lohnt sich ein Besuch allemal.

    Grüsse
    Andy
     

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  2. Andy

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    Kaiserstuhl - Landschaft II
     

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    Fauna Kaiserstuhl
     

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    Flora Kaiserstuhl
     

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