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Fotoreise Borneo, Malaysia, Mai/Juni 2009

Dieses Thema im Forum "Fotoreisen National / International" wurde erstellt von Rezznux, 2. August 2009.

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  1. Rezznux

    Rezznux canikon Mitglied

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    3. März 2009
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    46
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    Beschreibung der Lokation:
    Der nördliche Teil der Insel Borneo gehört bis auf einen kleinen Teil zu Malaysia,
    der übrige Teil zu Indonesien. Der hier gemeinte kleine Teil gehört zum Sultanat Brunei.
    Das Gelände ist zum weitaus überwiegenden Teil purer Urwald, manche abgelegenen kleinen
    Aufenthaltsorte wie zum Beispiel der Bako oder Batu Nationalpark lassen sie nur per Schiff oder
    gar Flugzeug erreichen.
    Die Reise habe ich in einer geführten Reisegruppe mit insgesamt 14 Teilnehmern unternommen
    und dauerte 3 Wochen. Die meisten Streckenabschnitte sind wir in einem Reisebus unterwegs
    gewesen, die Unterkünfte waren alle schon vorgebucht.

    Fototipps in der Umgebung:
    Generell geben die Nationalparks wie der Bako oder der Mulu von den Motiven her das meiste
    her. Hier kann man Wildlife-Erfahrungen sammeln und zum Beispiel Langnasenaffen, Warane,
    grüne Vipern, kleine Krokodile, Orang Utans und so weiter sehen.
    Die Unterwasserwelt, die wir auf einem Ausflug kennen lernen durften, war leider etwas
    enttäuschend, da die Vielfalt zu wünschen ließ und das Wasser nicht sonderlich klar war.
    Die Städte wie zum Beispiel Kuching oder Miri geben aus meiner Sicht an interessanten und
    sehenswerten Motiven nicht so rasend viel her. Aber natürlich sollte man einen Apparat mitnehmen,
    denn um Erinnerungsfotos zu schießen lohnt es sich auf jeden Fall.
    Empfehlenswert jedoch ist ein Abstecher in das Sultanat Brunei. Der Gegensatz zwischen Malaysia
    und Brunei ist enorm. Die Hauptstadt Brunei ist architektonisch sehr modern, die Moschee direkt
    am Wasser ist sehr sehenswert und zählt sicherlich zu den am meisten fotografiertesten Gebäuden
    der Gegend.
    Die sonstige Gegend ist leider nicht einfach abzulichten, denn der hohe Urwald ist zwar einerseits
    knackig grün, aber eben auch nur das. Steht man auf einer Straße, ist Fernsicht leider nicht
    gegeben, denn die Bäume sind sehr hoch, man sieht nirgendwo recht weit und hat so gut wie nie
    die klassischen Landschaftsblicke.
    Ein Highlight der Reise war die Besteigung des Mount Kinabalu, mit 4091 m ÜNN der höchste Berg
    Sündostasiens. Der Aufstieg ist in dem unteren 2/3 der Strecke aus Fotografensicht eher
    spröde, aber das letzte Drittel wird dann zunehmend interessanter. Hier lohnt sich ein guter
    Apparat. Wir sind nur bis zur Unterkunft auf 3270 m gekommen, aber das war trotzdem toll.
    Der Gipfel, so wurde mir berichtet, ist sehr eintönig und besteht nur aus grauem Granit.
    Der Aufstieg beginnt bei 1930 m ÜNN. Die 1400 Höhenmeter sind an sich nicht so rasend schlimm
    gewesen, aber wenn man bedenkt, dass die Laufstrecke zur Unterkunft gerade mal 6,1 km beträgt,
    kommt man auf eine ordentliche durchschnittliche Steigung von fast 25 %.
    Ein weiteres Highlight war der Besuch der Orang Utan Auswilderungsstation in Sepilok.
    Hier werden Orang Utans, die zum Beispiel verletzt oder verlassen aufgefunden wurden, wieder
    an die Natur gewöhnt und anschließend ausgewildert. Man kann um 10 h und 15 h täglich einer
    Fütterung der Orang Utans zuschauen, dabei sind die Tiere recht gut ohne Gitter, Zaun oder
    Glasscheiben zu beobachten. Wir hatten sogar das Glück, eine Orang Utan Dame im Abstand von
    weniger als 2 m zu sehen. Das war sehr beeindruckend!
    Ich habe mich während der Reise nie unsicher oder unwohl insbesondere im Hinblick auf die
    Ausrüstung gefühlt. Malaysia hat eine sehr geringe Kriminalitätsrate, die Menschen waren
    immer sehr freundlich und hilfsbereit.

    Equipmenttipps für den Aufenthalt:
    Als erstes empfehle ich, eine Fototasche mitzunehmen, die einen Regenüberzug dabei hat. Es regnet
    zwar nicht oft, aber wenn, dann kommt das Wasser in rauhen Mengen runter.
    Wie in meinen anderen Urlauben auch, nutze ich keinen speziellen Fotorucksack, stattdessen nehme ich
    einen konventionellen und lege in diesen meine Fototasche(n) rein. Dieses Verfahren hat sich mal
    wieder bewährt. Zu empfehlen ist jedoch ein Rucksack, der auf dem Rücken so gepolstert ist, dass
    der Rücken noch Luft bekommt. Bei 80 - 90 % Luftfeuchte und Temperaturen um die 30 Grad kommt einem
    eine solche Konstruktion sehr entgegen.
    Ich war mit einer Canon 1D Mark III unterwegs und hatte ein Tokina AT-X Pro 12-24 dabei sowie als
    Standardlinse ein EF L 24-105. Als Tele hatte ich noch ein EF L 100-400 mit. Die allermeisten Fotos
    (mehr als 3/4) habe ich mit dem 24-105 aufgenommen, das Weitwinkel habe ich selten gebraucht.
    Das Tele ist für die Tierfotos interessant und wichtig.
    Als Speicher hatte ich eine mobile Festplatte mit 80 GB Kapazität dabei, im Gehäuse sind Leseslots
    für CF- und SD-Karten integriert. Somit braucht man zum Kopieren der Karten keinen Computer
    mitzunehmen. An Speicherkarten hatte ich 2x8GB (CF) + 1x4 GB als SD-HC dabei.
    Ich habe mit meiner Kamera betreffend der wasserdichigkeit leider unangenehme Erfahrungen gemacht.
    Als wir in einer Tropfsteinhöhle drin waren, tropfte von der Decke Wasser runter, aus meiner Sicht
    war das aber harmlos. Als wir wieder draußen waren, hatte ich unter anderem mehrfach das Problem, dass
    die Kamera behauptete, das Objektiv (24-105) hätte keine Verbindung zum Gehäuse. Der Fehler 99 trat auch
    prompt auf. Der Gipfel war allerdings, dass im oberen Statusdisplay plötzlich nur die oberste Zeile
    aktiv war.
    Alle Fehler ließen sich zwar wieder schnell beheben (Ein- und Ausschalten oder Objektiv runter und
    gleich wieder drauf), aber mein Vertrauen in die sogenannte Profiklasse von Canon hat arg gelitten.
    Ein klassischer Fehler, der gerne in diesen Gegenden gemacht wird, betrifft die Klimaanlagen in den
    Unterkünften. Lässt man die Kamera über zu lange Zeit in einem kühlen Raum und geht dann ins Freie,
    so zieht die Ausrüstung unweigerlich Kondenswasser an. Ich rate dringend, hierauf zu achten, denn
    wenn in dieser Situation auch noch das Objektiv gewechselt wird, hat man unweigerlich Wasser im
    Gehäuse.
    Einen Pol- oder Graufilter habe ich ebensowenig vermisst wie ein Stativ. Wenn überhaupt würde ich
    nur ein Einbein mitnehmen. Dazu kommt, dass die 1D Mk III auch bei ISO > 2400 noch richtig
    ordentliche Bilder schiesst und selbst bei ISO=3200 sich mit Einsatz von Entrauschwerkzeugen noch
    ansehnliche Ergebnisse rauskommen. Daher habe ich ein Stativ nicht vermisst.
    Einen externen Blitz kann man ebenso getrost zu hause lassen, ich hatte dafür keine Verwendung.


    Reisefazit:
    In Summe habe ich mir von der Gegend etwas mehr versprochen. Ein wesentliches Fazit ist für mich,
    dass ich bis auf weiteres Südostasien als Reiseziel ausklammere. Dies liegt aber hauptsächlich daran,
    dass ich nun schon so oft in der Gegend war, dass ich mir lieber was anschaue, was ich noch nicht
    kenne.

    Zu den Bildern:
    Ich habe eine Sammlung von Bildern auf meiner Flickr-Seite hochgeladen, zu sehen unter
    www.flickr.com/photos/wiencken
    Von diesen habe ich hier einen Ausschnitt gepostet.

    Bako_1 : Bei der Anfahrt per Schiff zum Bako Nationalpark sieht man direkt am Ufer viele schroffe
    Felsen. Dieser hier hat mich prompt an ein alte Schiffsnase erinnert, wie man sie von ganz alten
    Fotos her noch kennt.

    Bako_2 : Im Bako Nationalpark findet man Unmengen an Kelchpflanzen, die Fleischfresser sind. Diese
    Exemplare wachsen scheinbar auf dem Boden, was aber nicht stimmt. Denn sie haben einen langen
    Stengel zur Hauptpflanze, die direkt neben dran steht.

    Bako_3: Diese grüne Viper lag auf einem kleinen Zweig direkt auf dem Gelände der Uunterkunft
    und wartete geduldig auf ihre Opfer.

    Batu : Im Batu Nationalpark konnten wir eine Höhle besichtigen, die nicht vor allzu langer Zeit
    zum Abernten von Schwalbennestern im großen Stil genutzt wurde. Schwalbennester gelten in Asien
    als Delikatesse und das Ernten dieser Nester ist kein Job für Sicherheitsfanatiker. Hier sieht man
    den Ausgang der Höhle.

    Brunei_1: Die Sultan Omar Ali Saifuddin Moschee in Brunei Stadt. Sie zählt in der Gegend zu den
    schönsten Moscheen, meines Erachtens zu recht.
     

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  2. Mark

    Mark Administrator

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    Wow, ein toller Bericht!! Danke!!
     
  3. Rezznux

    Rezznux canikon Mitglied

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    Und hier der Teil 2 der Bilder:
    Brunei_2: Ein Teil Bruneis besteht aus der sogenannten Wasserstadt. Das ist ein Stadtteil, der
    aus Häusern besteht, die auf Stelzen im Wasser stehen. Wir sind mit einem kleinen Boot durch
    diese Wasserstadt gefahren und diese beiden Kinder haben uns eifrig zu gewunken, als wir unter
    einer Brücke durchgefahren sind.

    Kuala_Penyu: Unsere Unterkunft in Kuala Penyu direkt am Ozean hatte ein frappierende Ähnlichkeit
    mit Reetdächern in Ostfriesland. Aber dies war wohl rein zufällig.

    Kuching_1: Eines der wenigen echt hübschen Gebäude in Kuching, dort begann die Rundreise.

    Kuching_2: Auf dem Weg zum Sarwak Culture Village sind wir am Rand von Kuching an einer
    Moschee vorbeigekommen, deren Namen ich leider nicht mehr rekonstruieren kann. Hier habe ich
    frei Hand ein Panorama aus 6 Hochkanntaufnahmen geschossen. Und immer wieder Touristen, grins!

    Markt: Die langen Bustouren wurden immer mal wieder durch Marktbesuche unterbrochen. Hier kann man
    allerlei Leckereien probieren. Dies Teile hier sehen aus wie Pfannkuchen.
     

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  4. Rezznux

    Rezznux canikon Mitglied

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    Und hier Teil 3 der Bilder:

    Mount_Kinabalu: Der Gipfel des Mount Kinabalu, aufgenommen von etwa 1900 m Höhe aus. Das kleine weiße
    Gebäude am unteren Bildrand ist die Übernachtungsstation, die auf 3270 m Höhe liegt. Kaum zu glauben,
    das man dort oben war!

    Orang_Utan_Sepilok: Wir werden wohl nie erfahren, was der Affe wohl gerade dachte, den wir in
    der Auswilderungsstation in Sepilok gesehen haben. Für mich sah es so aus, als wollte er sagen:
    "Ich habe den Schlüssel nicht!".

    Sibu: In einer Markthalle in Sibu konnte man von dem 6. Stockwerk eines angrenzenden Parkhauses
    fast senkrecht herunter schöne Alltagssituationen festhalten. Hier Melonen mit Kind.

    Weissreiher_Kampung: Auf einer Bootsfahrt auf dem Kampung Fluss wollten wir eigentlich eine
    Flussüberquerung von Urwald Elefanten beobachten. Na ja, die haben wir wohl übersehen, sind ja
    auch kleiner als ihre Kumpels in Afrika. Stattdessen konnte ich diesen Silberreiher beobachten,
    wenige Bruchteile von Sekunden später hatte er einen Fisch gefangen.



    Marcus
     

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  5. elektro_heiko

    elektro_heiko Aktiver canikon

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    Schliesse ich mich erstmal an, schreibe später mehr dazu, Klasse Marcus!
     
  6. Mark

    Mark Administrator

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    bin echt begeistert!! Da kriegt man Lust, gleich loszufahren!!