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Der Ringplanet

Dieses Thema im Forum "Astronomie" wurde erstellt von escho, 12. Juni 2016.

  1. escho

    escho canikon Legende

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  2. Oliver78

    Oliver78 Moderator
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    Super!
     
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  3. lueckge

    lueckge canikon Legende

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    Der sieht immer aus wie gemalt...!
    Klasse
     
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  4. Piet

    Piet Administrator
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    Faszinierend! Irgendwie sprengt das Weltall fortwährend meine Vorstellungskraft. Entstanden aus dem Nichts und doch in seiner Größe nicht zu fassen.
    Danke für das tolle Bild, Edgar. Kurze technische Frage, wie bekommt man das denn fotografisch hin? Kamera hinter das Fernrohr, Belichtung einstellen und ab dafür?
     
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  5. elektro_heiko

    elektro_heiko Aktiver canikon

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    ...auaha. GEIL!
     
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  6. massi

    massi Aktiver canikon

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    Ich fürchte, ganz so einfach isses leider nicht.:-/
     
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  7. escho

    escho canikon Legende

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    Piet, ganz so einfach ist es in der Tat nicht, da hat Massi schon recht. Ich geb dir mal einen kurzen Überblick, wie so eine Aufnahme entsteht:

    1. Wetterbericht schaun, ob es Sinn macht, in der Nacht rauszugehen
    2. Seeing-Vorhersage anschauen, um abzuschätzen, was geht
    3. Aufbau Stativ, Montierung und Teleskop
    4. Einnorden der Montierung
    5. Alignierung der Montierung an 2 bis 3 Sternen
    6. Aufsuchen des Zielobjekts
    7. Scharfstellen
    8. Videoaufnahme
    9. Abbau des Ganzen
    10. Konvertieren des Videos zu einem rawvideo-avi (evt. mit Umweg über dngs und pngs oder tifs)
    11. Stacken der 10 bis 20% besten Frame
    12. Ergebnis als tif
    13. Nachbearbeitung, Kontasterhöhung, Schärfung
    14. Schneiden und exportieren als jpg

    Unsere Athmosphäre ist so unruhig, das wenig Chancen bestehen, mit einem Einzelbild weiter zu kommen. Man muß sich am Lucky Imaging versuchen. Das bedeutet, ein kurzes Video aufnehmen mit etwa 3 Minuten Länge, die Einzelframes nach Qualität sortieren lassen und die besten davon Stacken. Heraus kommt ein sehr rauscharmes Bild, das heftig geschärft werden kann. Dadurch erst kommen die Details zu Tage.

    Die Kamera hängt bei mir direkt hinten am Teleskop dran (ohne Okular), eventuell ist noch der Konverter für die Brennweitenverlängerung dazwischen. Die Scharfstellung erfolgt am Okularauszug des Teleskops, kontolle mit Kamera-liveView. Ist ne kitzlige Sache. Bei 10m Brennweite wackelt nämlich das Teleskop schon, wenn man es nur etwas scharf ansieht, trotz einigermaßen stabiler Montierung. Ich muß doch mal einen Sockel als Stativ in den Garten betonieren, dann würd es etwas besser werden mit der Wackelei.

    Als Videoformat wähle ich entweder das mov, das die Kamera bietet. Dann erfolgt die Weiterverarbeitung mit 8Bit Farbtiefe. Oder ich verwende das MLV-Rohvideo-Format von MagicLantern. Dann hab ich 14Bit Farbiefe und kann mit der hohen Farbtiefe weiterarbeiten.

    Bleibt noch die Frage der Auflösung.

    Beim mov-Format von Canon kann ich bei meiner 600D einen 1:1 Sensor-Crop mit der 3x-Vergrösserung aufnehmen. Nehme ich normal auf, also ohne Crop auf, sinkt die Auflösung natürlich auf 1 Drittel, da ich dann nur Full-HD habe. Da wird uum Beispiel nur jede dritte Zeile des Sensors aufgenommen, um auf das Format zu kommen.
    Bei meiner 6D ist es nicht mehr ganz so einfach, da das Verhältnis von 1:3 nicht mehr stimmt und intern wohl interpoliert wird, um auf FullHD zu kommen. Ist der Detailauflösung im Pixelbereich nicht sehr dienlich. Dazu kommen nach leichte Verluste durch die verlustbehaftete Komprimierung des mov-Formats.

    Beim
    MLV-Rohvideo von MagicLantern hab ich im FullHD Bereich die gleichen Auflösungsprobleme wie beim Canon-mov. Im Cropmodus bekomme ich aber bei meinen beiden Kameras einen 1:1 Crop des Sensors und das mit einer Farbtiefe von 14Bit gegenüber 8Bit bei mov.

    Vorteile vom Canon mov für mich:

    Einfach zu bedienen und zu verarbeiten
    Reicht bei schlechtem Seeing allemal aus
    Eingebaute Hotpixelkorrektur
    Camera-Weißabgleich
    Rauscharm (eingebautes Smoothing?)

    Nachteil von Canon mov für mich:

    Nur 8 Bit Farbtiefe
    verlustbehaftete Komprimierung
    FullHD bei der 6D nicht optimal umgesetzt

    Vorteile MagicLantern MLV für mich

    14 Bit Farbtiefe
    Im Cropformat Pixelgenaue Aufnahme vom Sensor
    Keine Verschlimmbesserungen, da die Rohdaten des Sensors aufgenommen werden
    Maximale Ausnutzung der Sensordaten, mehr geht nicht

    Nachteile von MagicLantern MLV für mich

    Nicht ganz so einfach bei der Nachbearbeitung
    Keine Weißabgleichsdaten
    Sichtbares Rauschen, da alles genauso aufgenommen wird, wie es vom Sensor kommt
    Sehr hohe Datenrate beim Schreiben auf die Speicherkarte
    FullHD kann bei Kameras mit SD-Karte nicht flüssig aufgenommen weden (Flaschenhals SD-Controller in der Kamera)
    Maximale Bildgrösse im Cropformat für flüssiges Aufnehmen bei der 6D ca. 960x540px, bei der 600D noch geringer (für die Planeten reichts aber)

    So, jetzt hoffe ich, daß ich euch alle verwirrt habe :D

    Und German, obwohl das Bild wie gemalt ausschaut, diesmal hab ich GIMP nicht verwendet :)

    Freut mich, daß euch mein Machwerk gefällt, mir gefällts nämlich auch...

    Edgar
     
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  8. Oliver78

    Oliver78 Moderator
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    Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung, Edgar
     
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  9. escho

    escho canikon Legende

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