• Microsoft Photosynth - von 3D Objekten und so Sachen

    Wie Ihr ja vielleicht schon in unserem ersten Artikel in der Microsoft Reihe mitbekommen habt, gibt es zur Windows Live Fotogalerie weitere Plugins, die man sich installieren kann, und die die Funktionalität erweitern.
    Besonders neugierig sind wir bei dem Plugin "Photosynth" geworden, um das es in diesem Artikel geht.




    Was ist denn bitte Photosynth?
    Tja, das lässt sich nicht so einfach erklären. Aber ich versuche es mal wie folgt: Mit Photosynth lassen sich "virtuelle Welten" aus mehreren Bildern zusammenbauen. Im Prinzip also sowas wie "aktive Panoramen". Diese müssen jedoch nicht zwingend immer von dem selben Standort aufgenommen worden sein. So lassen sich mit Photosynth beispielsweise auch ganze Strassenzüge zu einem virtuellen 3D-Raum zusammenbauen. Eine ähnliches Verfahren also, wie es bei Google Streetview verwendet wird.

    Hier ein Beispiel vom Canale Grande, das sich auf der Photosynth Homepage finden lässt:



    Auch lassen sich Objekte mit diesem Verfahren "aktiv" darstellen. Bei unserem Termin zeigten uns die Mitarbeiter von Microsoft dies am Beispiel eines Apfels, der von allen Seiten fotografiert wurde, und sich mit Photosynth von allen Seiten betrachten lies.
    Das alles sollte sich in der Praxis nun aber gar nicht so einfach umsetzen lassen, wie es vielleicht die Ergebnisse vermuten lassen, doch dazu später...


    Die Installation:
    Installiert ist Photosynth schnell - man braucht nur in der Windows Live Galerie unter "Extras" weitere Fototools herunterladen und bekommt gleich einiges angeboten:






    Nach der Installation findet man nun also unter Extras den neuen Punkt "create a Photosynth", was schon darauf hinweist, dass die Software nur in Englisch verfügbar ist.


    Nun wird es spannend - wir erstellen ein "Synth"
    Mein Plan ist es nun, zwei eigene "Synths" zu erstellen. Dazu muss man natürlich erstmal das passende Rohmaterial aufnehmen. Ich entscheide mich für einen Besuch am nahegelegenen Stausee und nehme das "Rohmaterial" für zwei dieser Aufnahmen auf. Ich nehme ein Panorama auf mit Blick auf den See, in dem ich mich stückchenweise einmal um die eigene Achse drehe, und mache dabei 24 Bilder mit den üblichen Überlappungen.
    Als zweites Motiv entdecke ich eine ausgestellte Wasserturbine, um die ich einmal herumlaufe und 33 Aufnahmen mache.

    Zurück am heimischen Rechner wird Windows 7 gestartet, darin die Windows Live Fotogalerie. Ich importiere die Bilder in Ordner, und markiere die zusammengehörenden Bilder aus dem Panorama. Dann wähle ich unter Extras "create a Photosynth".



    Danach muss ich mich wieder bei Windows Live anmelden, was damit zu tun hat, dass die kreierten Bilder in einem Player ablaufen, und man sie somit auf eine Webseite hochladen muss:



    Ookay, da ich noch nie vorher mit Photosynth gearbeitet habe, muss ich hier noch einen Account erstellen. Ich frage mich allerdings, warum dieser Account nicht mit meinem sowieso schon erstellten Windows Live Account automatisch verfügbar ist - wirbt Microsoft nicht sonst immer mit dem "Single Sign On" - Verfahren?



    Na gut, der Account ist tatsächlich mit 2 Mausclicks eingerichtet, keine grosse Sache. Jetzt kann es dann wirklich losgehen, also nochmal die Bilder selektieren - Extras - create Photosynth



    Und schon geht es los, die Software beginnt, meine Bilder hochzuladen, und analysiert sie scheinbar automatisch, und ordnet sie passend an. Trotz meiner lahmenden DSL2000 Leitung geht das alles relativ schnell (ich hatte allerdings auch die Bilder auf eine Kantenlänge von 1024 Pixeln reduziert)



    Die Erstellung geht wirklich beachtlich schnell, und schon kommt das Fensterchen, das einen direkt auf das fertige Ergebnis verlinkt.


    Hier nun meine Ergebnisse:






    (Um diese Ergebnisse auf einem Mac anzuschauen, muss man übrigens Microsoft Silverlight installieren - das "Flash" Derivat von Microsoft)




    Und wie sind die Ergebnisse nun?
    Tjaaaaaaa, alsooooo, najaaaaa... Ich würde mal sagen, die Ergebnisse sind in jedem Fall "faszinierend". Leider haben in meinem Fall weder das Panorama, noch der Rundgang um die Turbine den erwarteten 360 Grad - View gebracht. Das hat die Software offensichtlich nicht erkannt - vielleicht kann sie es auch gar nicht?!

    Ich bin mir ehrlich gesagt ein wenig unsicher, ob die Software für solche Spielchen eigentlich wirklich gemacht ist, finde die Ergebnisse aber in jedem Falle mal beachtlich. Einen solchen Effekt habe ich mit meinen Bildern bisher sonst nicht erreichen können.

    Zum Spass wollte ich nun auch nochmal ein wenig "Google Streetview" machen, und bin mit der Kamera in der Hand einmal die Nachbarstrasse entlanggelaufen - Zack, 70 Bilder gemacht, und auch ein Synth erstellt:



    Ihr könnt schon sehen - ganz so einfach ist es nicht - weder für den Fotografen, noch für die Software! Hier erkennt man auch deutlich, dass die Bedienung irgendwie nicht so dolle ist, wie bei den Demo-Files von Microsoft.



    Das Fazit:

    Also zunächst mal muss man sagen, dass Photosynth eine unfassbare Spielerei ist, die einfach ganz neue Möglichkeiten der Präsentation von "Dingen" und "Plätzen" bietet. Man kann schön interaktive Views gestalten, und diese versenden, oder in die eigene Webseite einstellen. Stellt Euch vor, Ihr wollt einen Artikel beschreiben - ein Auto zum Beispiel - und Ihr habt die Möglichkeit einer solchen Bildpräsentation. Oder für Immobilienmakler - man kann sich die Wohnung plötzlich ganz anders vorstellen.
    Alleine der "Um etwas herumgehen" - Effekt fasziniert auf jeden Fall sehr.
    Zugegeben, von der Bedienbarkeit des Players her muss noch einiges passieren - das geht mir heute noch nicht zuverlässig und flüssig genug.

    Für Panoramen sind aus meiner Sicht die bekannten Tools zur Generierung der Flash-Panoramen erheblich besser geeignet.


    Negatives:
    • Der Player ist aus meiner Sicht noch nicht optimal bedienbar
    • Neuanmeldung nötig, obwohl ich doch schon bei Live angemeldet bin
    • Manuelle Eingriffsmöglichkeiten in das Stitching der Bilder nicht möglich
    • Man muss sich eine ganz andere Art des Fotografierens angewöhnen, um gute Effekte zu erzielen
    • Hohes Suchtpotential!!
    • Kein wirkliches "Plugin", da die eigentliche Verarbeitung ja extern funktioniert
    • Anzeige der Bilder nur online möglich


    Positives:
    • Extrem hohes Suchtpotential!
    • Das Tool ist KOSTENLOS
    • Vollkommen neue Darstellungsmöglichkeiten von fotografierten Dingen
    • Lädt ein zum Experimentieren
    • Sehr einfach zu bedienen
    • Gut funktionierender Export aus der Live Fotogalerie
    • Erzeugt grosse Augen beim Betrachter

    Die canikon-Empfehlung: AUSPROBIEREN!!

    Wir sind schon gespannt auf Eure Ergebnisse!!

    HIER könnt Ihr Eure Ergebnisse zeigen und diskutieren.



    Dieser Artikel entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit dem Microsoft Deutschland Team. Vielen Dank dafür!


    Nachtrag:
    Liebes Microsoft-Team: Ich wollte gerade ein Synth meiner erstellten Synths löschen - das ist leider nicht so einfach möglich, da es keinen Menüpunkt gibt zum Löschen. Im Web finden sich viele User, die das gleiche Problem haben.
    Mit dem Safari ist es mir schliesslich gelungen, ein Synth wieder zu löschen - man muss auf ein UNSICHTBARES Zeichen clicken, das sich oben rechts in der Übersicht der Synths befindet - an der Stelle, wo bei diesem Screenshot der Mauszeiger ist.



    Hier muss DRINGEND nachgebessert werden!


    Nachtrag 2 (06.05.2010)
    Microsoft hat reagiert und die kleinen Kreuzchen zum Löschen der einzelnen Synths wieder sichtbar gemacht - jetzt funktioniert alles prima!
    Kommentare 1 Kommentar
    1. Avatar von Mark
      Ach ja: Für alle, die nicht die Windows Live Fotogalerie verwenden: Einfach auf Photosynth - Use your camera to stitch the world. gehen und ausprobieren!