Von Kisten, kleinen Dingen, Parallelleben und Ikea Besuchen...
von am 19.04.2010 um 20:46 (728 Hits)
...habe ich mal so was von die Schnauze voll. Aber ja, ich habe es mir selber ausgesucht, das kleine Häuschen im Grünen vor den Toren Hannover's. Doch hörte ich mich nicht selber sagen, "Aaaach, das wird schon nicht soooo schlimm, das mit dem Renovieren und mit dem Umzug!". Grummel, unterschätzt. Nein, besser klar unterschätzt.
Kennst du das, wenn dein Leben so langsam in Kisten verschwindet? Es dauert vom Beginn des Packens bis zum ersten "Wo verdammt noch mal habe ich denn das DINGS hingelegt?!?" exakt eine Stunde. Schon fängst du an, in deinem Kisten-Leben zu wühlen und Dinge zu suchen, die vormals so selbstverständlich in den Schubladen und Schränken gelegen haben. Damit nicht genug, es befindet sich grundsätzlich immer ganz unten, in der untersten Kiste, mit den schwersten Kisten oben drauf.
Und dann sind da noch die kleinen Dinge. Die Dinge, die sich in den Schubladen befinden und keiner kennt die korrekte Zuordnung. Zu nennen sind da die berühmte Rumpelschublade in der Küche, Fächer und Schubladen in deinem Schreibtisch, der geheimnisvolle Vorratsschrank und der sagenumwobene Keller. Überall sammeln sie sich, lachen dich aus, weil du sicher, ganz sicher mehrere rare Kartons nur für sie verwenden wirst. Doch damit nicht genug. Die Strafe kommt nach dem Umzug, wenn du diese kleinen fiesen Dinge zuordnen und ihnen einen neuen Platz geben musst. Dann schlägt ihre Stunde. Die Stunde der kleinen Dinge.
Und ja, ich führe seit Wochen ein Parallelleben. Nicht Stadtmensch, aber auch nicht Landmensch. Nicht genug damit, dass sich mein Leben in Kisten befindet, nein, ich weiß noch nicht mal wo mein Kistenleben derzeit ist. "Wo ist denn dieser verdammte Karton hin?!? Ich weiß genau, dass der hier sein muss!". Nein, muss er nicht. Er grundsätzlich schon mal überhaupt nicht da, wo du ihn suchst. Nicht mal in der Nähe deiner Vorstellung.
Dann ist da noch Ikea. Hort von Menschen, die entweder frisch verliebt erstmalig zusammenziehen möchten, oder aber kurz vor der Trennung stehen, es aber noch nicht wissen. Knutschend läuft das Liebespaar vor dir, oder streitend diejenigen, die sich besser eine andere Umgebung als das gemeinsame entspannte Shopping bei Ikea aussuchen sollten. Apropos entspannt. Nein, ich bin nicht entspannt bei Ikea. Es ist Stress pur, all diese Winkel, die dich in durch den gesamten Laden führen. Und dann ist da dieses Nippes-Zeug in dem bestechenden Ikea-Design. Jeder kennt es, jeder kauft es, aber niemand gibt es zu. Aber ich, ich gebe es zu. Ich habe die Ikea Schiebegardinen gekauft. Verfluchte Höllenteile sind das. Ich glaube fest daran, dass KEINER diese Dinge gerade und in gleicher Länge abschneiden kann. Und ja, ich kann durchaus die Streitgespräche der Alt-Liebepaare in einem Ikea verstehen. Und nein, dieses blöde HotDog beruhigt mich nicht nach der geschlagener Konsum-Schlacht. Um etwas versöhnliches zu sagen, ich hab die Schiebe-Teufel dran. Nicht gerade, auch nicht gleichlang, aber sie hängen. "Piet möchte aus dem Smolland abgeholt werden!".
Zu guter letzt gilt mein Dank meiner lieben Bianca und meinen Freunden Micha, Janina, André, Anja, Ralf, Volker, meinem Dad und Marion. Ohne Euch hätte ich das nicht geschafft.




Blog-Eintrag weiterempfehlen