Linux
von am 23.05.2010 um 22:57 (641 Hits)
So Freunde, weiter geht's!
Wie ich zu Linux gekommen bin, hab ich euch schon erzählt. Welche Widrigkeiten sich mir dabei in den Weg stellten und wie ich sie umschiffen konnte, davon werdet ihr jetzt mehr erfahren. Zuerst aber mal das Positive:
Linux lief!
Und wie es lief, problemlos auf meiner damaligen Hardware, einem Desktop, der sich wirklich noch Desktop nennen durfte. Denn er stand tatsächlich auf dem Schreibtisch. Und obendrauf stand mein guter alter Röhrenmonitor, ein 15 Zöller (aber schon in Farbe).
Die Installation von der CD war problemlos verlaufen und ich staunte nicht schlecht, als sich Suse 9.3 als intuitiv bedienbares, multitaskingfähiges, hypermodernes System herausstellte. Und meine Augen wurden immer größer, als ich sah, was an Bordmitteln alles dabei war:
* Firefox, ein Webbrowser mit sehr hohem Sicherheitsstandard
* Thunderbird, eine standalone Email-Lösung
* OpenOffice, ein Officepaket, das sich vor dem Pendant aus Redmond nicht zu verstecken brauchte
* Kaffeine, ein Multimediaplayer, der meine Filme ohne großes Fragen abspielte und mit dem ich fernsehen konnte
* VLC, ein wahrer Alleskönner unter den Multimediaplayern
* Gimp, ein hervorragendes Bildbearbeitungsprogramm mit einer zugegeben etwas eigenwilligen Bedienstruktur
* k3b, ein leistungfähiges Brennprogramm
* und noch viele andere mehr
Viele dieser Programme sind übrigens so programmiert, daß sie auch in einer Windows-Umgebung eingesetzt werden können. Und einige haben sich dort auch etabliert, ich denke nur an Firefox, Openoffice, VLC und Gimp.
Eines Tages kaufte ich mir doch tatsächlich einen neuen Rechner. Falsch, um genau zu sein kaufte ich mir ein paar Einzelteile, und strickte daraus zusammen mit einigen Teilen aus dem alten Desktop einen PC nach meinen Vorstellungen zusammen. Später kam dann ein neuer Drucker dazu, ein Canon MP750. Und irgendwann warf ich dann noch meine Microsoft Kabelmaus entnervt in die Tonne (sie hatte nach langen Jahren treuer Dienste ihr Leben ausgehaucht) und kaufte mir eine Funkmaus, die MX1000 von Logitech.
Und da gab es dann doch tatsächlich Schwierigkeiten mit OpenSuse, wie es inzwischen hieß. Die Probleme waren bedingt in der fehlenden Treiberunterstützung mancher Hersteller. Und einer dieser Hersteller nannte sich Canon.
Mein Drucker wollte nicht anständig drucken und scannen konnte ich mit dem Gerät auch nicht. Nun ja, das Scannen tat mir nicht weh, das brauchte ich nicht, aber das Drucken. Die Linux-Community tat, was sie konnte. Sie entwickelte Linuxtreiber für solche Geräte. Und das Gerät funktionierte ja auch, aber eben nicht ganz so, wie ich es mir vorstellte. So kaufte ich mir Turboprint für billiges Geld und hatte damit für meinen Drucker die gewünschte Unterstützung. Das ist eines der ganz wenigen Male, daß ich für Linux Geld ausgegeben habe.
Meine neue Funkmaus war ein Mäuserich mit einem Haufen Tasten. Und diese Tasten wollte ich alle in Betrieb haben. Unter Windows kein Problem, aber mit Linux... keine Unterstützung durch den Hersteller.
Also beschloss ich, mich etwas intensiver mit Linux zu beschäftigen und etwas mit diesen kleinen Programmchen und Tools zu spielen, die so zahlreich vorhanden waren. Und ich nahm mir vor, den Umgang mit der Kommandozeile zu lernen. Um ein paar kleine Sachen selber lösen zu können, legte ich mir dann noch das Standardwerk für OpenSuse zu, den Kofler und besorgte mir ein Buch über die Bashprogrammierung. So gerüstet begann ich dann zu recherchieren und zu spielen.
Mein Mäuserich hatte eine Menge Tasten und es gelang mir, diese Tasten nach meinen Wünschen zu belegen. Den Weg, den ich dazu ging, veröffentlichte ich im Wiki vom Linux-Club, der Linupedia http://www.linupedia.org/opensuse/Hauptseite unter dem einleuchtenden Titel Logitech MX1000 http://www.linupedia.org/opensuse/Logitech_MX1000 .
Das war der erste Wiki-Artikel, den ich verfasste. Und da es mir schon immer Freude bereitet hatte, Gedanken zu Papier zu bringen, sollte es nicht der letzte bleiben.
Ich hatte, seit es funktionierte, also seit ich Linux hatte, eine Menge Filme auf meine Festplatte aufgenommen. Diese Filme wollte ich von der doch manchmal etwas nervenden Werbung befreien und das Ergebnis dann auf DVD brennen. Nun, Programme, die das machen konnten gab es genug in Linux. Ich wollte aber etwas für meine besonderen Bedürfnisse gestricktes haben ohne zusätzlichen Firlefanz drumrum. Also setzte ich mich hin und schrieb ein kleines Bash-Script dafür. Dieses Script erweiterte ich dann einige Male und versah es mit einer grafischen Bedienoberfläche. In der Linupedia machte ich eine Artikel-Tetralogie draus. Hier, mit Erlaubnis des Autors (bin ja ich, hihihihi) die Einleitung eines dieser Artikel http://www.linupedia.org/opensuse/Dvb_wiki_script :
Vor noch nicht allzu langer Zeit (es war das dunkle Zeitalter der Videorecorder) trug sich in unseren Wohnzimmern oftmals folgendes grauslich anmutende Geschehen zu:
Eine Stimme ist zu hören, forsch und fordernd: "He Mann, nimm mir doch mal den Gottschalk auf!" Die Reaktion auf solch drängendes Gebaren: Sofortige Suche nach der Bedienungsanleitung des Videorecorders.
Der Mann, triumphierend das gefundene Buch in der Hand haltend, zweifelnd zwar, aber dennoch, tiefgebückt, es mit stierem Blicke durchforstend. Er, zögernd die eine oder andere Taste am Gerät drückend, hoffend, daß alles auch so funktioniert, wie es im Hexenbuche beschrieben steht. Freude, die hervorbricht, wenn das Gerät dann zu arbeiten anfängt.
Die Frau, den Mann betrachtend, bewundernd, ob dessen technischen Verständnisses.
Escho 22:14, 22. Jan. 2008 (CET)
Heute gibt es den einen oder anderen Haushalt, in dem ein Videorecorder nur noch als Zierde dient, bzw. der Kompatibilität zu einem großen Haufen VHS-Kassetten. Blickfang des Wohnraums ist nun ein Flachbildfernseher geworden, an den ein DVD-Recorder angeschlossen ist.
Glücklich, wer solche Gerätschaften sein Eigen nennen darf.
Der normal ausgestattete Mitteleuropäer kann jedoch aufatmen. Denn auch sein Computer kann Fernsehsendungen aufnehmen. Und damit nicht genug: Er kann die aufgenommenen Sendungen bearbeiten, also zum Beispiel Werbung herausschneiden, und er kann das Ganze dann auf DVD brennen.
Voraussetzung dazu ist nur ein anständiges Betriebssystem, ein paar kleine Helferprogramme und natürlich eine DVB-Karte.
Dieses Wikibook beschreibt den Weg, den eine Fernsehaufnahme zurücklegen muß, um auch in einem handelsüblichen DVD-Player abgespielt werden zu können. Und es stellt ein Bashscript vor, welches dabei hilft, diesen Weg zu gehen.
Viel Spass bei der Lektüre des Buches und viel Erfolg beim Arbeiten mit dem Script!
Warum erzähle ich das alles mit dem Linux-Club und mit meinen Wiki-Artikeln?
Nun Freunde, das ist Linux. Das ist die Community. Da hilft jeder, der dazu in der Lage ist, dem anderen mit Ratschlägen und Tips. Und diese Artikel wären ohne die Hilfe dieser Community nicht entstanden.
Und auch das ist Linux. Schwierigkeiten werden gelöst durch die Hilfe eben jener Community.
Eines meiner nächsten Projekte in der Linupedia wird die Fotobearbeitung in Linux sein. Da muß ich aber erst noch einige Leute mit Fragen löchern. Und da werdet ihr vom Canikon-Forum auch nicht ungeschoren dabei wegkommen. Das wird aber noch etwas dauern. Drum wird es in meinem nächsten Blogeintrag hier einen kurzen Appetithappen über die Möglichkeiten von Linux bei der Bildver- und bearbeitung geben.
Bis dann und stay tuned
Edgar




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