The game must go on
von am 17.05.2010 um 22:16 (587 Hits)
Hier bin ich wieder.
Ich habe beim letzten Mal versprochen, ein bißchen von Linux zu erzählen, wie ich dazugekommen bin:
Ich war schon immer ein von der Technik begeisterter Mensch und stand und stehe immer noch neuen Entwicklungen aufgeschlossen gegenüber.
Ich erinnere mich noch, mein erster programmierbarer Rechner war ein kleines einem Taschenrechner ähnlich sehendes Gerät von Sharp. Viel konnte man nicht mit machen außer automatisiert Zahlen zusammenzählen, aber es war programmierbar. Als Mikroprozessor war ein Z80 drin. Mit diesem Gerät machte ich meine ersten Versuche mit der Maschinensprache.
Und dann kam der Volkscomputer, der VC20 von Commodore. Der erste Homecomputer, in Basic programmierbar und mit einem phänomenale Arbeitsspeicher von sage und schreibe 5 kB, davon 3583 Bytes frei nutzbar. Damit konnte ich schon kleine Spielchen programmieren, Bälle, die über den Bildschirm hüpfen.
Zu diesen Commodore-Zeiten war ich mit der Arbeit viel im Ausland und hatte dort mit speziellen mobilen Messcomputern zu tun. Das waren Geräte, die einen 16-Tonner LKW ausfüllten. Die Festplatten, die ich damals tauschte, hatten die Ausmasse eines Rasenmähers und wogen auch fast soviel, nämlich knapp einen halben Zentner. Das waren Zeiten, in denen ich lernte, aus nichts noch etwas zu machen, denn die Geräte mussten laufen, auch wenn es keine Ersatzteile gab. Wenn ich dann mal wieder zu Hause war, saß ich vor meinem VC20 und programmierte kleine Spielchen.
Irgendwann packte es mich, und ich kaufte mir einen neuen Computer, der sich diesmal PC nennen durfte. Dem Zeitgeist folgend war ein Intel-Prozessor enthalten und zwar ein i286. und damit konnte man schon richtig was anfangen. Es folgte ein i386. Den i486 lies ich aus und ging gleich zum pentium über. Und heute arbeitet in meiner Kiste ein AMD- Athlon64, auch schon wieder ein paar Jahre alt.
Und was war nun mit den Betriebssystemen?
Da arbeitete ich mit MS-DOS, später mit OS/2, dann Windows 95, Windows 98, Windows 98SE. Und dann kam Linux Suse 9.3. Heute bin ich bei OpenSuse 11.2 angelangt.
Warum Linux? Nun dafür gibt es ein paar Gründe:
1. Linux kostet nichts
2. Linux ist quelloffen
3. Das Sicherheitskonzept von Linux ist sehr ausgefeilt
4. Mit Linux kann ich eigene Vorstellungen verwirklichen
Einige Nachteile gibt es aber doch in Linux, die auch nicht verschwiegen werden dürfen:
1. Die meisten Programme laufen nur unter Windows
2. Viele Gerätehersteller bieten keine Linux-Treiber an
3. Mit Linux muss man sich beschäftigen, wenn man besondere Dinge machen will
Und was war nun der für mich ausschlagende Grund für den Betriebssystemwechsel von Windows zu Linux?
Nun, ich hatte damals Windows 98SE und war damit überaus zufrieden. Die Multimediasachen bekam ich zwar nicht zufriedenstellend zum Laufen, für alles andere war es aber in Ordnung. Tja, Multimedia ist auch so eine Leidenschaft von mir und da gab es WindowsXP, welches hier bessere Unterstützung versprach. Aber das würde dann wieder einen Haufen Geld kosten. Und dann bräuchte man neue, modernere Anwenderprogramme, die auch bezahlt werden wollten und mein PC hatte schon mit Win98SE zu kämpfen, also würde auch ein neuer Computer fällig sein, wieder etwas, das finanziert sein wollte. Und dann immmer diese nervenden schweren Ausnahmefehler verbunden mit einem Bluescreen. Und in einer Zeitschrift war eine CD mit Suse drauf.
Ich probierte Suse 9.3 aus und war begeistert! Meine Hardware lief problemlos. Kein Wunder, sie war ja auch schon alt genug und die Linux-Community hatte genug Zeit gehabt, passende Treiber zu entwickeln. Und Linux lief um Klassen flüssiger als Windows. Ich konnte sogar DVDs anschauen, ohne das das Bild andauernd am Ruckeln war. Und meine DVB-s-karte funktionierte problemlos, ein Zustand, den ich unter Windows trotz eingehendsten Tuning-Maßnahmen nie erreicht hatte.
Ich war begeistert von Linux, hatte aber trotzdem noch Windows drauf. Über Dualboot wählte ich das gewünschte Betriebssystem aus. Das ging solange, bis ich meine Frau überzeugt hatte, daß sie auch auf Linux umstieg (wir hatten nur einen Rechner im Haushalt). Jetzt haben wir mehr Rechner, ich habe Windows von der Platte geschmissen, meine Frau ist bei Linux geblieben, nur meine Kids schlagen hier etwas aus der Art. Die machen mit Windows weiter.
So, Feierabend für heute! Beim nächsten Mal erzähl ich denn wirklich, was ich in Linux so alles mache und beim Übernächsten Mal heißt das Thema: Linux und die Fotografie.
So long
Edgar




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