Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : EF 70-200 mm f:2,8 L IS USM und Gedanken über Lichtstärke
Hi, da bin ich wieder.
War heut nochmal am Waldspielplatz, diesmal mit vollen Akkus LOL .
Als ich zuhause meine Ausbeute durchschaute, fielen mir ein paar Dinge auf, die ich hier loswerden möchte.
Auf eine Punkt gebracht:
Was nützt mir die schönste Lichtstärke, wenn ich dadurch nur eine scharfe Ebene habe und der Rest in Unschärfe versinkt ?
Ich hab mal ein paar Bilder angehängt, die mein Dilemma verdeutlichen sollen.
1. Elch ( Blende 2,8 weils dunkel war)
...der lag auf dem dunklen Waldweg und streckte mir sein Hinterteil entgegen, das wird auch scharf abgebildet, der Kopf ist bereits verwaschen.
2. Schwein ( Blende 8 )
...dasselbe, bloss liegt es halt zufällig richtigrum und die Schnauze ist scharf, am Hintern beginnt auch bereits Unschärfe
3. Reh ( Blende 8 )
...dito
4. Blume ( Blende 2,8 )
...ich wollte das Blümchen schön vom Hintergrund freistellen, ist mir auch gut gelungen, das mit dem Hintergrund, blöd ist nur, dass die Blüte dadurch auch nur auf einer ganz schmalen Zone scharf wurde.
Nachrechnen mit diversen Tiefenschärferechnern erklärte das alles:
Der Elch hat eine Tiefenschärfe von ca. 1,5m , das Viech ist allerdings länger, dasselbe gilt analog fürs Reh und das Schwein,
die Blume hat eine Schärfebereich von rechnerisch ca. 1cm und hat einen Durchmesser von ca 4cm. Ginge ich auf Blende 8, dann hätte ich sie ganz scharf, aber mit dem Freistellen wärs auch wieder vorbei.
Also, was nützt mir ein lichtstarkes Objektiv, wenn sich solche Ergebnisse einschleichen. Die Theorie war mir schon immer bekannt, mit diesem Objektiv, das für mich zum ersten Mal die hohe Blendenöffnung ermöglichte, wurde sie mir aber erst richtig bewusst gemacht.
Ich werde also immer die Blende zumachen müssen, um einigermassen scharfe Bilder machen zu können, die mögliche Freistellung von Objekten mit Hilfe der hohen Lichtstärke bleibt wenigen Sonderaufgaben vorbehalten.
Oder andersherum ausgedrückt, wenns zu dunkel wird und ich aufblenden muss, leidet automatisch die Tiefenschärfe und zwar gewaltig.
ISO war bei allen Bildern schon auf 800 um die Belichtungszeit unten zu halten, geht noch mehr bei der 5D, man merkts allerdings dann schon und versucht es zu vermeiden..
Muss man jetzt damit leben, ist das der Fluch der (noch nicht einmal) langen Brennweite, oder gibts noch Tricks. Bitte nicht mit Stativ argumentieren, die Viecher bewegen sich auch.
PS: mittlerweile begreife ich auch die Diskussionen wegen ein paar mm Front- und Backfokus !!
Hmm, ehrlich gesagt finde ich alle vier Bilder genial!
Ich verstehe deinen Punkt absolut, kann mir aber vorstellen, dass bei geschickter Platzierung des scharfen Bereiches die geringe Tiefenschärfe optimal rüberkommt. zB beim Elch Fokus auf den Kopf, bei der Blume Fokus auf ein, zwei Blüten (vielleicht anderer Winkel?). Beim Schweinderl und bei Bambi find ich den Effekt das der Hintern bereits in die Unschärfe rutscht eigentlich ziemlich cool. :)
Gruß,
Florian
Ihr habt beide Recht: Der Umgang mit der Tiefenschärfe (in der richtigen Dosierung und an der richtigen Stelle) ist komplizierter, je schmaler das Band wird.
Im Extremen sehe ich es auch mit meiner 1.2 / 85mm. Wimpern scharf, Nase unscharf.
ABER: Das Ergebnis ist Beeindruckend, wie Flo schon sagte. Will sagen: hat man es erstmal raus, dann kommen da weltklasse Aufnahmen raus!!
Peter Brust
24.06.2008, 14:50
Ihr habt beide Recht: Der Umgang mit der Tiefenschärfe (in der richtigen Dosierung und an der richtigen Stelle) ist komplizierter, je schmaler das Band wird.
Im Extremen sehe ich es auch mit meiner 1.2 / 85mm. Wimpern scharf, Nase unscharf.
Dann versuch mal mit dem MP65 ein Bild zu machen! Bei 5facher Vergrößerung liegt der Bereich bei einem 10tel Millimeter, wo du eine Schärfe findest, wenn du ganz nah am Objekt bist. Und nah heisst, dass die Linse nur noch 2-5 mm vom Objekt weg ist!
Frank Barth
24.06.2008, 15:22
Du hast jetzt keine Kompaktknipse mehr, die alles im Bild scharf macht.
Was Florian sagt stimmt zu 100%. Das Blütenbild ist supergut. Nur der falsche Punkt fokussiert.
Das musst Du üben, üben, üben. Blende 2.8 zu schiessen ist nicht leicht.....
Das musst Du üben, üben, üben. Blende 2.8 zu schiessen ist nicht leicht.....
Wohl wahr, wohl wahr!!!
danke für den Zuspruch, muss mich wohl mit den Tatsachen anfreunden. Was mir Sorgen macht ist die Fokussiergenauigkeit meiner Kamera, beim Elch z.B. bin ich mir sicher, auf den Kopf gezielt zu haben (OneShot und mittleres AF-Messfeld waren eingestellt), ich musste natürlich haarscharf über den Hintern zielen, vielleicht hat da die Kamera was falsches gemessen.
Na ja, ich hab mir überlegt, dass es gar nicht so schlecht wäre, in besagten Situationen pro Bild mehrere Aufnahmen zu machen, evt. Fokus beim ersten Bild halten und für die Nachfolgeaufnahmen mit dem Kopf etwas vor- bzw. zurückzugehen und dann das Beste rauszusuchen.
Noch was, ist es möglich, dass das 70-200 IS ein Stromfresser ist ?
Ich kann nämlich mit einer Batteriefüllung nicht mehr so viele Aufnahmen machen, wie ich gewohnt bin (24-105 IS), ich sag mal über den Daumen gepeilt höchstens 3 Viertel, oder sollte der Akku den Geist aufgeben und das ausgerechnet jetzt ? Muss ich beobachten !
Und noch ein paar "Problem"-Bildchen
Frank Barth
24.06.2008, 17:45
Noch was, ist es möglich, dass das 70-200 IS ein Stromfresser ist ?Ja
Gewöhn einfach daran, dass Du nun Bilder gestaltest. Du knipst nicht mehr. Und wenn die ersten Bilder so aus der Kamera kommen und später am PC so aussehen, wie Du es Dir vorher überlegt hast......--> DAS MACHT SÜCHTIG :eek:
Bild 5 ist Klasse!
ich finde die Bilder suuuper so - wirklich!!
Anonym041
25.06.2008, 08:00
Die Bilder sind wirklich gut - DU hast ein sehr gutes Auge.
Wenn man eine 2.8er Linse hat muss man sie ja nicht immer bei 2.8 nutzen. Aber man kann eben wenn man es so will. Und zum "Schärfe" gestalten ist es eben sehr wichtig das man es so weit auf machen kann ....
Peter Brust
25.06.2008, 09:25
Stell dir vor, es gäbe DAS Objektiv und DIE Kamera für alle Gelegenheiten, und das Ganze dann noch als untrennbare Einheit! Dazu vielleicht noch DIE Einstellung, mit der alle Fotos gleich gut gelingen.
Mich schaudert es fast bei diesem Gedanken!
Die von dir beschriebenen Fakten sind nun mal auf Grund physikalischer Gesetze so und werden sich wohl auf absehbare Zeit nicht ändern.
Das richtige Bild ergíbt sich primär eben aus dem Motiv, der Entfernung dazu, dem vorhandenen Licht und der dir im Moment der Aufnahme zur Verfügung stehenden Optik. Die Kamera spielt da nur eine sekundäre Rolle, da sie weit weniger an der Gestaltung beteiligt ist.
Und doch übernimmt sie den Teil bei der Bildgestaltung, den dir die primären Faktoren nicht bringen können: Du beeinflusst durch die Verschlusszeit die Helligkeit des Bildes, durch die Wahl der ISO kannst du Mangel an Licht ausgleichen. In bestimmten Situationen kann die Geschwindigkeit des Motivs ebenfalls eine Anpassung der Verschlusszeit notwendig machen. Und letztlich bestimmst du durch die Haltung der Kamera, ob das Bild im Hoch- oder Querformat sein soll.
Das kreativste Gestaltungsmittel aber ist immer noch die Blende, die sich aktiv auf die Schärfentiefe auswirkt und damit die Bildaussage erheblich beeinflussen kann.
In der kreativen Fotografie wirst du also immer das Zusammenspiel und deren gegenseitige Beeinflussung aller Faktoren beachten müssen, um keine Enttäuschung zu erleben!
Aus diesem Grund besitzen viele, die gestalterisch fotografieren, ja auch eine Vielzahl unterschiedlicher Optiken (und manchmal aber nur einen Body!). Denn in vielen Fällen kann das Bild, das ich mir vorstelle, eben nur durch den Einsatz einer bestimmten Optik erreicht werden.
Aber es ist auch so, wie Jörg schon sagte: Blende 2.8 (oder weniger) zu haben heisst ja nicht, sie auch immer einsetzen zu müssen! Manchmal passt es, manchmal nicht (siehe oben).
Hallo Max,
es gibt Leute die geben absichtlich unglaublich viel Geld aus, um Dein "Problem" zu haben. :-)
Ich denke du bist jetzt an dem Punkt, an dem man merkt, wie schwer lichtstarke Objektive zu beherrschen sind.
Du solltest es vielleicht so sehen: Jetzt hast Du die Möglichkeit bei Offenblende super freizustellen und gleichzeitig die Möglichkeit, durch Abblenden die nötige Schärfentiefe zu erreichen.
Deiner Kreativität sind jetzt also deutlich weniger technische Grenzen gesetzt!
lg
Gerd
danke an Alle,
es hat zwar jetzt nichts mit dem Thema zu tun, aber ich möchte hier und jetzt mal was loswerden.
Ich bin in mehreren Foren angemeldet und hab dort auch schon einiges zum Besten gegeben. Das war ein Fehler, ich hatte immer den Eindruck, dass dort nur User aufeinanderhocken, die eigentlich gar keinen Zuwachs mehr haben wollen, schon gar nicht welchen, der dumm fragt. Sie belobhudeln gegenseitig ihre Bilder und ein Fremder würde nur stören.
Ich bekam dort auf alle Beiträge, die ich erstellte, innerhalb kürzester Zeit mindestens eine Antwort, die vom Sinn her lautete
... lern du erst mal fotografieren
... hab mir deine Bilder angeschaut, dazu brauchst du keine 5D
... kauf dir eine Knipse, da hast du mehr davon
Hochnäsig, eingebildet und teilweise nur doof. Einen hab ich mir gemerkt beim vielen Lesen ...DerTieger.. von dem hab ich grösstenteils nur schwachsinnige und teilweise aggressive Antworten gelesen.
So, und jetzt zum positiven Teil.
Hier im Canikon hab ich trotz intensiven Lesens noch keinen dieser negativen Ansätze bemerkt.
Auf jede Frage bekommt man konstruktive und sachbezogene Antworten, so wie es sein soll und wie ich es auch erwarte.
Dass sich Bekannte manchmal frotzeln, ist normal und im Rahmen des richtigen Umgangstones auch lustig, ich hoffe, ich darf mir das auch irgendwann mal rausnehmen.
Hier hab ich den Eindruck, dass die Leute am Fotografieren interessiert sind und nicht an irgendwelchen Imagebeweisen.
Ich fühl mich bestens aufgehoben und danke hiermit allen für die gute Aufnahme in eurem Kreis.
Hier nochmal ein schönes Beispiel für extrem wenig Tiefenschärfe - bei Blende 1.2 gestern abend aufgenommen (Florian beim Usertreffen in Auxburg).
Und ich sage Euch: Solche extremen Blendenwerte sind auch extrem schwer zu beherrschen. Ich produzier mit der 1.2er Linse im Zusammenhang mit dem nicht grad perfekten AF der EOS 5D immernoch viel Müll... :o
Tipp von Dennis und cbhagen (der war Gold wert!!) LUFT ANHALTEN!!
Die Frage ist ob das Bild auch nicht z.B. mit Blende 2.8 noch nett geworden wär. Zwingend is das Monsterloch wohl nicht für das Motiv… ;)
Apropos Monsterloch:
Natürlich wäre es das!
Übrigens wäre der Unterschied zum 85 1.8 sicher auch nur marginal gewesen. Aber ich mag das ;-)
Na kurz noch weiter OT:
Passt ja eh, ich prinzipiell auch! :) Ich hätt trotzdem das 1.8er genommen, hab ich damals eh geschrieben. ;)
Mein 50/1.8 verwend ich auch selten bei Offenblende, meistens mit 2.5 oder 2.8…
Aber 2.8 sind schon super zu haben, ich mag meine anderen Linsen alle nimmer so gern… :(
"Alles unter 2.8 gilt als undurchsichtig!"
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