PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Keinbein oder Einbein oder Dreibein ?



MH223
19.06.2008, 11:56
Hi, hab mir grad mal die Bilder von big-L auf seiner Webseite angeschaut, speziell die vom Deutschen Museum.

(War ein Fehler, bin wieder richtig deprimiert, muss viel lernen)

Na ja, was solls, da wimmelt es auf jeden Fall nur so von Verschlusszeiten zwischen 1 und 30 sec bei ISO100, mit höherer ISO wäre das also auch noch nicht ohne Stativ machbar gewesen.

Nachdem ich wirklich keine Lust habe, für für solche Fälle ein schweres Stativ mitzuschleppen, jetzt meine Frage:
Hat ein Einbein als noch akzeptierbare Alternative eine Daseinsberechtigung oder wäre das rausgeschmissenes Geld ?
Kann man ein Einbein wirklich so nutzen, wie der Name sagt, oder muss man sich immer was suchen wo mans einklemmen kann?
Bräuchte man noch einen Kugelkopf oder gehts ohne ? Sonst hat man ja auch wieder ein unhandliches Riesengebilde zu bewegen.
GerdW hat mir gerade bei seinem Beitrag http://forum.canikon.de/showthread.php?t=459 geantwortet, dass er beim Konzertfoto ein Einbein verwendet hat und das Ergebnis sieht ja eigentlich ganz brauchbar aus.
;D ja ja, ist nicht so bös gemeint wie es da steht, aber bei den komprimierten Bildern hier kann man nichts genaues über Schärfe etc. erkennen ;D

Hat jemand Erfahrung damit, wäre für Hinweise dankbar.

MadDog J
19.06.2008, 12:03
ganz subjektiv meine Erfahrung:
habe voller Erwartung ein Manfrotto Einbei erworben und komme damit nicht gut klar. Ich bin aber, das muß ich zugeben ein etwas hibbeliger Charakter, somit ist ein leichtes Dreibein meine erste Wahl.
Ich lehne mich auch gern gegen Bäume, Wände oder was so da ist, dabei die Cam am Gurt richtig fest ums Handgelenk geklemmt.
Ruhige und ausggeglichenere Zeitgenossen kommen wohl gut mit Einbeien zurecht, wenns jedoch an richtig lange Kniiiiiiiiiiiiiiipszeiten geht ist Dreibein und ggf. Fernauslöser dran.
Irgendwor hier im Forum gabs ein Klemmstativ aus ner Schraube und einem Stück Schnur, das wollte ich mal basteln und probieren, bin aber drüber wechgekommen.
So denke ich über die Sache, hoffe s hilft Dir etwas - Gruß J

CarstenB
19.06.2008, 12:06
Sorry für den Link in ein anderes Forum
http://fokussiert.com/2008/02/05/stativ-fotografie-schnur-statt-dreibein/

MH223
19.06.2008, 12:39
hi, hab grad alles gefunden, was ich brauch, nämlich beim "Equipment / Stative" eine Beschreibung von Mark.
Man sollte sich vorher umgucken, tut mir leid.
Aber die Erfahrungen anderer wären trotzdem hilfreich.

CarstenB
19.06.2008, 12:47
Beim Einbein würde ich sagen, blooooß keinen separaten Kopf mehr drauf, sonst wird es da wieder zusätzlich instabil. Wobei ich die Kugelköpfe eh nicht mehr allzu pralle finde. Bei meiner 20er, ohne Batteriegriff wars noch ok, da reichten die Klemmkräfte, aber mit dem 70-200 auf der Kamera, machte der Griff schon allmählich ein Nickerchen. Da bin ich eher für die klassischen 3D-Neiger. Bei Deiner 5er dürften die Kugelköpfe auch schon langsam aufgeben.

Miike
19.06.2008, 13:07
ich sehs wie cbhagen - Einbein OHNE zusätzlichen Kopf für Brennweiten >200mm. Wenn ich nicht allzuoft den Standort wechseln muss dann immer das Dreibein und dann ein möglichst stabiles. Mit dem Einbein bin ich zwar flexibler und z.T. auch schneller, aber es geht halt nix über ein gescheites Dreibein. So saubere Mitzieher wie hier: http://forum.canikon.de/attachment.php?attachmentid=1947&d=1213794715
1/100s mit 600mm kriege ich trotz viel Übung mit dem Einbein selten hin.

Christian
19.06.2008, 15:00
http://www.buxtehuder-fotofreunde.de/tippsundtricks/Stativ.htm

recht eindeutig der Text - er bezieht sich eigentlich zu 100% auf ein Dreibeinstativ.

emax
19.06.2008, 16:07
Ein Einbeinstativ ist besser als gar keines, und kann ein Dreibein in vielen Situationen nicht nur ersetzen, sondern übertrifft dieses mitunter sogar.

Nach dieser Behauptung nun ein paar Argumente.


Ein Stativ ist nur dann gut, wenn man es dabei hat. Das muss nicht erklärt werden. Was nützt aber nun ein Dreibein, wenn man es aus Bequemlichkeits- und Gewichtsgründen nicht mit nimmt. Man darf mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass ein Einbein eher mitgenommen wird als ein Dreibein, und damit verbucht das Einbein einen statistischen Vorteil für sich.
Mit einem Einbein gewinnt man bei richtiger Handhabung mehrere Blendenstufen gegenüber nicht Stativ-gestütztem Fotografieren. Das entspricht natürlich nicht der Verwendung eines Berlebachs, aber ein Berlebach nähme man sowieso nicht mit auf jede Tour. Ein Einbein kann dagegen wie ein Spazierstock verwendet werden und ist unschlagbar leicht.
Wie immer, scheinen die konsequenteren Lösungen nominell auch die besseren: Dreibein = stabiler als Einbein. Das ist nicht zwingend richtig, und trifft sicher nicht für leichte Dreibeine zu. Bei richtiger Handhabung (http://www.outdooreyes.com/photo5.php3) ist ein Einbein schwingungsärmer als ein Dreibein. Schwingungsärmer bedeutet hierbei aber nicht "Schwankungsärmer".


Nun zur Frage des Kopfes. Dazu zwei Anwendungsbeispiele:


freie Natur. Sofern keine Makros gemacht werden ist sicher kein spezieller Kopf vonnöten. Sogar Makros können zuweilen durch geeignete Verrenkungen ;) mit einen Einbein ausreichend stabilisiert werden.
Kirchen und innerörtliche Fotografie. Hier kann das schon ganz anders aussehen. Wer z.B. die Fresken in einer Kirche 45 Grad über sich aufs Korn nimmt, wird über einen einfachen Neiger froh sein. Und bei Hochformaten ist eine schwenkbare Platte zusätzlich ein Segen.


Ich persönlich verwende den (nicht ganz leichten) Kugelkopf RRS BH-40, der für mich in Verbindung mit einem Einbein und einer Arca-Kompatiblen Schnellmontageplatte (ebenfalls RRS) sogar auf Reisen mit dem Motorrad die ideale Kombination darstellt. Damit erschlage ich 98% aller Standardsituationen in denen man ein Stativ braucht. Es muss aber klar sein, dass mehrsekündige Aufnahmen damit kaum in zufriedenstellender Qualität gemacht werden können, weil Schwankungen dabei eine grössere Rolle spielen als Schwingungen bzw. Herumgezitter. Diesen Unterschied kann man sich mit etwas gesundem Menschenverstand leicht selber erklären und auch vorstellen.

Meine Empfehlung deshalb: leichtes, stabiles Einbein, Kopf je nach Bedarf.

Und wie immer gilt (glaubts mir einfach): wer billig kauft, kauft teuer. Ein 50-Euro Einbein könnt ihr eigentlich gleich in die Tonne kloppen. Keine Experimente!

Kleine Geschichte am Rande: beim letzten Familienausflug hatte mein Vater seinen Stock vergessen. Da musste dann ersatzweise mein Monostat herhalten. Wie unten zu sehen ist funktionierte das auch ganz prächtig, - und das Monostat musste ich auch nicht schleppen ;D.

Dennis
19.06.2008, 18:59
Ich habe hier Dreibein und hatte auch ein Einbein.. das Dreibein.. das liegt mehr in der Ecke als sonst was.. benutze ich wirklich gaaaaaaanz selten.. aber das Einbein.. das habe ich ein paar mal ausprobiert und mit geschleppt.. aber ich kam damit einfach nicht zurecht..

Mittlerweile drehe ich lieber das ISO hoch um die noch haltbaren Verschlusszeiten hin zu bekommen :)

zoz
30.06.2008, 21:42
Seit ich ein sehr leichtes (1kg) und kompaktes, aber trotzdem Stabiles und ausreichend großes 3Bein habe, trage ich dieses auch wieder oft und gerne durch die Gegend, und mein Einbein bleibt so meistens zuhause.
Ist übrigens dank Carbonfasern kein Widerspruch mehr...

Habe übrigens auch den BH-40 drauf, ist ein schönes Teil!:D

Christian
30.06.2008, 21:51
Dann schau Dir mal die 1er Serie von Gitzo (http://reviews.canikon.de/showproduct.php/product/145/cat/12) an, da dürftest du fündig werden, ansonsten noch die Benro Traveler, Jörg hat ein Review hier geschrieben:
http://reviews.canikon.de/showproduct.php/product/161/cat/all

Hoffe, ich konnte Dir helfen!

Christian

zoz
30.06.2008, 22:13
Dann schau Dir mal die 1er Serie von Gitzo (http://reviews.canikon.de/showproduct.php/product/145/cat/12) an, da dürftest du fündig werden, ansonsten noch die Benro Traveler, Jörg hat ein Review hier geschrieben:
http://reviews.canikon.de/showproduct.php/product/161/cat/all

Hoffe, ich konnte Dir helfen!

Christian

Falls Du das an mich gerichtet haben solltest: Danke, aber ich habe schon so ein Stativ: Feisol 3442, nicht so teuer wie die Gitzos aber auch sehr gut!
Werde bei gelegenheit mal eine Review dazu hier schreiben...

PeterBa
01.07.2008, 10:30
Hallo,
Keinbein, Einbein oder Dreibein schließt sich bei mir nicht aus.
Je nach Einsatzzweck ist das eine oder andere besser geeignet. bei Naturaufnahmen und Makros greife ich sehr gerne auf das Dreibein zurück. Da habe ich genügend Zeit und Muße, um das Bild zu omponieren.
Im Zoo nehme ich sehr gerne das Einbein mit. Mit dem 100-400er sind zwar (trotz Schönwetterobjektiv) Freihandaufnahmen möglich, aber das längere Zeit in der Hand zu halten ist schon lästig. Da kommt mit das Einbein ganz gut gelegen. Es stützt ab, hält das Objektiv, für mcih einfach perfekt.
Unerlässlich ist für mich ein Kugelkopf auf dem Einbein. Um das Einbein zu stabilisieren kann man es auch ganz gut an Zäune etc. anlehen. Dann brauche ich die verschwenkmöglichkeit, die mir ein Kugelkopf bietet.
Kurzum: Alles drei schließen sich nicht aus - es kommt drauf an, wofür man es verwendet.

Gruß, Peter

Vito
01.07.2008, 10:43
So eine Frage kann man nicht pauschal beantworten. Jeder hat eine andere Arbeitsweise.

Ich mag das Keinbein am liebsten:-) und bin eher ein Stativhasser, denn dieselben behindern mich viel mehr, als das sie mehr helfen.
Ich mag so ein Ding nicht mit mir herumschleppen und es in unwegsamer Landschaft
aufbauen. Mit einem Einbein habe ich es versucht und fand das Ding für mich vollkommen nutzlos (Da tut es auch die an der Bodyunterseite festgeschraubte Schnur mit mehreren Knoten am Ende, auf die man dann treten und nach oben straffziehen kann - leichter und sehr viel flexibler)

Seitdem ich die 5D habe und höhere ISos ohne Problem möglich sind, nutze ich das Stativ nicht mal mehr für ebay-Fotos:-)

Gruß
Stefan