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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 5d Mk III vs D800



Romeo
03.07.2012, 08:57
Jetzt springt sogar der Nikon Fanboy #1 aus der Reihe.

Nikon D800 vs Canon 5D Mark III (http://www.kenrockwell.com/tech/comparisons/d800-vs-5d-mark-iii.htm)

Seine Ansichten bzgl. Jpeg vs RAW, Arbeitsweisen und Vergleichstechniken, welche man sonst von ihm kennt, sind immer wieder lustig, aber das er mal zu dem Schluss kommt und Nikon "den Rücken kehrt", hätte ich nicht gedacht.

Grüße
Jochen

P.S.: Die Begeisterung für die 5d Mk III kann ich übrigens nachvollziehen, eine "Entscheidung" würde ich allerdings differenzierter auf die Anforderungen ausgerichtet treffen.

PeterBa
03.07.2012, 14:05
Danke für den Link, Jochen.


Allerdings fiel mir einiges auf:


"The 5D Mark III is worlds ahead here: it has three different instant, complete camera-state save and recall positions on its main mode dial! On my Canon, I set C1 for high-resolution, high-saturation, low-speed landscapes; C2 for family and kids at low resolution and moderate saturation and 1/125 Auto ISO slowest speed, and C3 for sports with 1/250 slowest Auto ISO speed"


Hier gibt es Lobeshymnen, die ich nicht nachvollziehen kann. Allerdings kann ich nicht nachvollziehen, wie leicht sich die Nikon umkonfigurieren lässt, da ich keine habe.
Als die erste Canon Kamera mit C1, C2, C3 auf den Markt kam und ich sie in den Händen hatte dachte ich: tolle Funktion. Jedenfalls habe ich konfiguriert bis zum geht nicht mehr. Mit dem Erfolg, dass ich an C1, C2, C3 herumgedreht hatte und eigentlich dann auch nicht mehr wusste, was ich genau eingestellt habe. Im praktischen Einsatz hat sich bei mir das Canon "MyMenu" viel besser bewährt. Mittlerweile lege ich bei allen Kameras auf C1, C2 und C3 genau zwei Funktionen: OneShot und PiepTon EIN: Damit werde ich akustisch gewarnt, dass das Wählrad auf C1, C2 oder C3 steht. Gut, bei der 5DIII verstellt sich das Rad jetzt nicht mehr alleine. Da ich den Piepton zur Bestätigung grundsätzlich ausschalte (ich empfinde das als absolut unnötig und nur Lärmbelästigung für mich und andere Fotografen) kann ich ihn gut als Warnung für C1, C2, C3 nutzen.


Die anderen Pluspunkte fand ich jetzt nicht als sooo wichtig.
Eines ist klar: Wir reden hier von zwei Kameras, die sich auf einem sehr hohen Niveau befinden. Bilder machen kann man mit beiden ganz gut.


Wer ein Canon System hat, für den ist die 5DIII geeignet. Wer ein Nikon System hat, für den ist die D800 sehr gut geeignet.

kris.kelvin
03.07.2012, 15:06
Wer ein Canon System hat, für den ist die 5DIII geeignet. Wer ein Nikon System hat, für den ist die D800 sehr gut geeignet.

stimt so nicht ganz......

die 5D MkIII war für mich DER grund, in zukunft zweigleisig zu fahren. die 22 mp der MkIII sind mir verglichen mit den 36 mp der D800/D800E einfach zu wenig. ich habe festgestellt, dass ich öfter mal mehr auflösung brauche und da hat canon leider nichts zu bieten. nikon schon.

mit der auflösung ist die nikon eine alternative zu einer hasselblad h3d-II oder h4d-40, mit denen ich auch mal geliebäugelt habe. so ganz kommt sie selbst in der E-version da qualitativ nicht ran, aber schon sehr in die nähe. außerdem ist die hasselblad ist auch noch mal eine völlig andere preisklasse und von der bedienung her finde ich die nikon um längen besser!

zweigleisig mag auf den ersten blick etwas seltsam wirken, aber ich habe auch jetzt schon mehr als ein gehäuse im gebrauch und so kann ich mir in zukunft aussuchen, welches objektiv mir in welchem brennweitenbereich besser gefällt. ab jetzt muss ich nicht mehr auf das 14-24 mm nikon schielen und mir überlegen, wie ich es mehr schlecht als recht an eine meiner canons kriege...

....

lueckge
04.07.2012, 15:05
die 22 mp der MkIII sind mir verglichen mit den 36 mp der D800/D800E einfach zu wenig. ich habe festgestellt, dass ich öfter mal mehr auflösung brauche

Bei dir weiß ich anhand dessen was du schon geschrieben und gezeigt hast, daß das so ist.
Bei 99% aller anderen User hätte ich über den Post müde gelächelt und das ganze als Technikverliebtheit oder BlödiaMarktwissen abgetan.
Ist nun mal so, daß die Mehrheit die mit so einer Kamera umgehen ganz bestimmt nicht mehr Pixel benötigen.
Und ganz ehrlich: wie viele davon brauchen eigentlich wirklich die 22 oder 23 MP einer 5er?
Und da schließe ich mich selbst nicht aus.
Ich habe bei der ersten Hochzeit die ich mit beiden 5ern fotografiert habe nicht schlecht gestaunt, wie viel Speicherplatz mehr das für die RAWs bedeutet hat als bisher mit einer 5er und der 1DIII
Wenn das so weitergeht werde ich wohl EDV-technisch wieder aufrüsten müssen.
Denn:
wirklich runterdrehen tut man ja dann doch nicht. Man könnte ja doch eventuell irgendwo für eine Ausschnittsvergrößerung die hohe Auflösung brauchen können.
Aber letztendlich kommt das wenn man ehrlich ist 1x in 5 Jahren vor oder so.

Ich muß doch mal irgendwann testen wie groß der Unterschied zwischen RAW und s-RAW ist...

Proglifter
04.07.2012, 16:25
Denn:
wirklich runterdrehen tut man ja dann doch nicht. Man könnte ja doch eventuell irgendwo für eine Ausschnittsvergrößerung die hohe Auflösung brauchen können.
Aber letztendlich kommt das wenn man ehrlich ist 1x in 5 Jahren vor oder so.

Ich hätte gerne einige mehr MP. Beim Fotografieren von Vögeln in freier Wildbahn ist mir mein 500er oft zu kurz. Und ein Vermögen für noch mehr Brennweite will ich nicht ausgeben. Ich würde die höhere Auflösung sehr oft nutzen. Allerdings dürfte ich zu geschätzt nicht mal 5% der Nutzer gehören.
Für Hochzeiten ist diese Auflösung unnötig und der Speicherverbrauch absolut nachteilig, da gebe ich dir vollkommen Recht.

kris.kelvin
05.07.2012, 08:34
Beim Fotografieren von Vögeln in freier Wildbahn ist mir mein 500er oft zu kurz. Und ein Vermögen für noch mehr Brennweite will ich nicht ausgeben.

das wäre eine zielgruppe, die mir jetzt spontan auch eingefallen wäre...

ein alter freund aus jugendtagen ist falkner und begeisterter vogelfotograf, der hat sich die D800E auch gekauft und cropt nun wie ein weltmeister. bei scheuen greifvögeln nutzt der mit seinem 600 mm + converter manchmal nur noch ausschnitte von 1/2 bis 1/3 der bildbreite. bei so etwas ist die auflösung extrem sinnvoll!

ist aber sicher eine überschaubare nische, die wenig stückzahlen bringt, die kriegen sie woanders. vermutlich zu einem großen teil im profilager, denn viele berufsfotografen, die ich kenne, sehen sie dank der hohen auflösung als bezahlbare alternative zu einer mittelformat-dslr. mit 36+ mp spielt sie ja schon in der liga, ist aber wesentlich vielseitiger. so eine h4d ist eher was fürs studio, bei wenig licht oder schnellen serien macht die nur mäßig spaß. wenn man neben der studioarbeit noch raus geht, braucht man in jedem fall noch eine andere cam, mit der nikon kann man sich die große unter umständen sparen. und wenn man dann mal wirklich 60 mega-pixel braucht, gibt es ja immer noch den rent-service.

so denken einige, die ich kenne, ich übrigens auch, bei den systempreisen und produktzyklen ist das ja sicher nicht wirklich verwunderlich. ich vermute, so sehen es gar nicht mal wenige profis und ich fürchte fast, genau die zielgruppe hat canon bei der konzeption der 5d mkIII komplett aussen vor gelassen oder schlicht übersehen......

....

Mark
05.07.2012, 12:06
Sehe ich auch so. Mit der D800 sind halt plötzlich auch mit "normalem" Equipment Katalog-Shots oder Bilder für Grossformatdruck möglich.

Freedolin
06.07.2012, 14:05
ein alter freund aus jugendtagen ist falkner und begeisterter vogelfotograf, der hat sich die D800E auch gekauft und cropt nun wie ein weltmeister. bei scheuen greifvögeln nutzt der mit seinem 600 mm + converter manchmal nur noch ausschnitte von 1/2 bis 1/3 der bildbreite. bei so etwas ist die auflösung extrem sinnvoll!


Na ja, den Spass hätte er mit einer D7000 für weniger Geld haben können, schliesslich hat die die gleiche Pixeldichte wie die D800 (und nur darauf kommt's ja dann in diesem speziellen Fall im Endeffekt an). Mit der D3200 wäre sogar noch mehr Crop-Potential drin gewesen, aber deren AF ist wohl auch nicht eben die erste Wahl für solche Motive :)

Davon ab ist die Gruppe derer, die wirklich diese hohe Auflösung brauchen, sehr überschaubar, da sind wir uns wohl einig. Deswegen hatte ich den von Canon eingeschlagenen Weg sehr viel eleganter gefunden (weniger MP, weniger Rauschen, mehr fps). Mir wären 36 MP definitiv zu viel (mir sind schon 24 oft zu viel) und 4 fps definitiv zu wenig. Mit den Gerüchten zu einer D600 (24 MP FX in D7000-Gehäuse) macht der Nikon-Weg aber plötzlich wieder sehr viel mehr Sinn...

-- Markus
-- Nikon lens reviews, photozone.de

zoz
07.07.2012, 14:09
Na ja, den Spass hätte er mit einer D7000 für weniger Geld haben können, schliesslich hat die die gleiche Pixeldichte wie die D800 (und nur darauf kommt's ja dann in diesem speziellen Fall im Endeffekt an). Mit der D3200 wäre sogar noch mehr Crop-Potential drin gewesen, aber deren AF ist wohl auch nicht eben die erste Wahl für solche Motive :)


Das war auch mein erster Gedanke ist aber glaube ich zu kurz gedacht.
Den Größten Vorteil einer Kamera mit vielen Megapixel (ich empfinde für mich auch 21MP schon als viel) ist die Möglichkeit die Cropfunktion quasi als Zoom zu nutzen.
Das 500er an einer Kamera auf der ich auf halbe breite gekroppt immer noch genug pixel habe entsprecht dann einem 500-1000mm Zoom. An einer Kamera die gleich schon einen eingebauten Crop hat ist es wieder eine wenn auch längere Festbrennweite...

zoz
07.07.2012, 14:12
Sehe ich auch so. Mit der D800 sind halt plötzlich auch mit "normalem" Equipment Katalog-Shots oder Bilder für Grossformatdruck möglich.

Lustig wie sich Meinungen so ändern:

...
Die 21 MP sind mir ZU VIEL! Nur wenige Linsen (die extrem teuren) sind in der Lage die 21MP überhaupt zu bedienen - die RAWs werden aber auf jeden Fall riesig!

Aus meiner Sicht ist die 5d MK II ein reines "Marketingmodell", das den "Vollformat-Einsteiger" von Nikon ablenken soll - nach dem Motto: "Was die D700 hat nur 12.8MP?? Das ist doch GAR NICHTS, bei Canon kriege ich dafür schon 21MP!". Wenn Canon da mal die Amateure nicht unterschätzt! Wer eine Vollformatkamera kaufen möchte, lässt sich mit Marketing-Features nicht hinterm Ofen hervorlocken. 21MP und Videofunktion brauchen die eigentlich nicht.
...
>:D

Volker Arnold
07.07.2012, 16:08
Da bin ich ja mal auf seine Antwort gespannt. :confused:

Romeo
07.07.2012, 17:13
Na ja, das Zitat stammte aus September 2008.

Damals wäre mir Video auch nicht im Ansatz in den Sinn gekommen, mittlerweile häufen sich aber die Nachfragen der Kunden in dieser Richtung und dementsprechend kann ich so einen "Sinneswandel" schon nachvollziehen.
Gleiches gilt für die MP-Anforderungen. Auch wenn der Kunde manche Auflösung definitiv nicht benötigt, versuchen manche durch die Forderung gewisser MP eine Vorselektierung der Fotografen zu erreichen.
Auch tun sich einige heutzutage schwer Bilder zu akzeptieren, welche weniger Megapixel bieten als das eigene Handy. :-)

Mit Vernunft hat das nicht viel zu tun und Diskussionen braucht man dann mit den entsprechenden Leuten auch nicht zu führen, man geht halt auf die Forderungen ein oder lässt jemand anderen den Job machen.

Sonst ergeht es einem noch so...
Canon 5D Mark III vs Nikon D800 - YouTube (http://www.youtube.com/watch?v=dm31O9no34A)

Gruß
Jochen

Mark
07.07.2012, 22:02
Lustig wie sich Meinungen so ändern:

>:D

Uii, wo haste das denn ausgegraben? Damals bei Erscheinen der 5D II, gelle? Tja, ist tatsächlich ein bisi was passiert. Damals fanden wir 250GB Festplatten auch riesig ;-)

ManniD
13.07.2012, 06:23
Deswegen hatte ich den von Canon eingeschlagenen Weg sehr viel eleganter gefunden (weniger MP, weniger Rauschen, mehr fps).

Weniger MP = weniger Rauschen? Das ist leider vielfach ein Sackgassen denken. Mit der 5DIII hat Canon zwar einen Body auf dem weg gebracht und das drumherum um den Sensor gut weiter entwickelt, wie z.B. mehr fps, excellenter AF, 100% Sucher etc. aber die Sensortechnik hat von den 3,5 Jahren wenig profitiert. Sie ist sie mit ihren 22 MP beim Rauschen zwar etwas besser geworden liegt dennoch leicht hinter der D800. Von der LowISO-Dynamik ganz zu schweigen. >>klick mich<< (http://www.dxomark.com/index.php/Cameras/Compare-Camera-Sensors/Compare-cameras-side-by-side/%28appareil1%29/795%7C0/%28brand%29/Canon/%28appareil2%29/792%7C0/%28brand2%29/Nikon/%28appareil3%29/483%7C0/%28brand3%29/Canon)

Freedolin
13.07.2012, 11:03
Nö, das ist kein Sackgassendenken, sondern zuvorderst banale Physik. Von zwei ansonsten identischen (!) Sensoren mit unterschiedlicher Auflösung hat der mit der niedrigeren Auflösung grössere Photodioden, die mehr Licht aufnehmen und deswegen weniger rauschen. Hätte also Nikon den (zweifelsohne hervorragenden) Sensor der D800 mit geringerer Auflösung gestaltet, würde er noch weniger Rauschen als er das ohnehin schon tut. Könnte dabei aber auch deutlich mehr Bilder/s liefern.

Zieht man den Vergleich zur 5D III, kann man natürlich basierend auf den DxO-Werten über den Canon-Sensor die Nase rümpfen. Das aber, lieber Manni, wäre dann Sackgassendenken. Denn damit reduzierst Du die Canon auf ihren Sensor, noch dazu auf Basis von Werten, die teilweise kaum Praxisbezug haben.

Denn auch wenn der 5D3-Sensor bei DxO schlechter abschneidet als der D800-Sensor, erzielt er durchgängig hervorragende bis exzellente Werte. Werte allerdings, deren Entstehung man im Hinterkopf haben sollte. Denn der Overall Score wird ermittel auf Basis eines auf 8 Megapixel normierten Bildes, die High ISO Werte berücksichtigen nicht nur das Rauschen, sondern auch Dynamikumfang und Farbtiefe bei hohen ISO-Werten. Ein Sensor, der in diesen Disziplinen von Haus aus brilliert (seit einiger Zeit bei fast allen von Nikon verbauten Sensoren der Fall) erzielt hier natürlich bessere Werte, auch wenn er mehr rauscht als die Konkurrenz.

Zu allem Überfluss werden die DxO-Benchmarks mit den puren, unbehandelten RAW-Daten des Sensors ermittelt. Das sind recht theoretische Werte, denn Demosaic, Schärfung, etc., gehören für uns Normalsterbliche zu einem digitalen Workflow zwangsweise dazu, und je nach verwendeter Software können sich die Unterschiede zwischen den einzelnen Sensoren nochmal deutlich verschieben (in beide Richtungen).

Es ist immer problematisch, eine so komplexe Gerätschaft wie z.B. eine DSLR auf ein paar Messwerte reduzieren zu wollen. Oder sie anhand einer einzelnen Eigenschaften, hier eben des Sensors, beurteilen zu wollen. Das ist etwa so sinnfrei wie ein Kfz anhand seiner Literleistung zu bewerten.

Deswegen bleibe ich dabei: die 5D3 ist in der Summe ihrer Eigenschaften für die Mehrheit der Käufer ganz klar die attraktivere Kamera. Und es hätte auch einer D800 besser zu Gesicht gestanden, wenn sie in die gleiche Richtung entwickelt worden wäre. Denn dann hätte sie vielleicht nicht mehr Käufer gefunden (sie verkauft sich offenbar gut), aber mehr Features geboten, die die Leute wirklich haben wollen, anstatt einer Auflösung, die die wenigsten brauchen, jemals ausreizen, oder überhaupt haben wollen.

-- Markus
-- Nikon lens reviews, photozone.de

Romeo
13.07.2012, 11:31
Deswegen bleibe ich dabei: die 5D3 ist in der Summe ihrer Eigenschaften für die Mehrheit der Käufer ganz klar die attraktivere Kamera.


Sehe ich genauso.
Weiter würde ich noch sagen, dass die D800 in den Bereichen, wo sie auf Grund von Auflösung und/oder Dynamik glänzen könnte und die 5d MK III in ihre Schranken weisen würde, zum Teil leider gänzlich versagt.

Grund: Ihr Display bzw. die mangelnden Optionen.

Die D800 verfügt nur über die Möglichkeit der Belichtungssimulation bei LiveView.

Wegen ihrer Auflösung würde ich sie gerne im Studio bei der Produktfotografie einsetzen.
Aber bei 1/200s, ISO 100 und kleinen Blenden bleibt das Display im LiveView schwarz, denn das Umgebungslicht reicht nicht für eine Belichtung aus, da die eigentliche Lichtquelle der Blitz bei der Belichtung ist.
Somit kann ich weder den Kontrast-AF positionieren, noch manuell scharf stellen und bei einer der Varianten den kann ich den Schärfeverlauf kontrollieren. Natürlich könnte ich die ISO zur Scharfstellung hochschrauben, nur dann leider rauscht es unerträglich, wodurch Details ebenfalls wieder nicht sichtbar werden.

Ihren Dynamikumfang könnte sie auch schön bei Nachtaufnahmen im Architektur-Bereich ausspielen. Aber auch her fällt eine präzise Scharfstellung, an Tilt und Shift will ich mal gar nicht denken, sehr schwer, da das Display auch hier gegen den Fotografen spielt.
Da in dem Segment und bei den Lichtverhältnissen Blende und niedrige ISO eine lange Belichtungszeit erzwingen, steht die Kamera wieder vor einem Problem. Ergibt sich für die Aufnahme eine Belichtungszeit von z.B. 15s, muss das Display für die LiveView-Anzeige einen Parameter verändern, um ohne Verzögerung etwas darstellen zu können.
Die Blende kann sie nicht verändern, da diese für den Schärfeverlauf benötigt wird. Ebenfalls kann sie keine 15s warten, bis sie eine statische LiveView-Ansicht zur Verfügung stellt. Also verändert sie den einzigen Parameter, welcher ihr neben Verschlusszeit und Blende noch bleibt. Und so bekommt man ein gänzlich verrauschtes Bild, welches eine Scharfstellung kaum möglich macht. Und das selbst dann, wenn man nur so weit in das Bild zoomt, bis man bei identischem Bildausschnitt/Brennweite den gleichen Ausschnitt sieht, wie man es bei einer 21MP Canon bei 10x Lupe sehen würde.

Hier fehlt der Nikon die Option, zwischen Standard-Ansicht und Belichtungssimulation zu wechseln und zwar in der Form, wie es Canon vormacht.
Den Wechsel zur reinen Belichtungssimulation war in dem Zusammenhang ein kompletter Fehlschritt seitens Nikon.
Und selbst bei Belichtungssimulation zeigt die Fünfer, selbst die "alte" MK II, nicht im Ansatz solch ein Rauschen.

Das Rauschen ist zwar nicht im eigentlich Bild zu sehen, aber man muss mit Abstrichen bei der Abbildeleistung leben, da man nicht perfekt manuell fokussieren kann mit dem aktuellen Stand derDisplay-Ansteuerung.

In den Bereichen, in welchen ich daher eine D800 basierend auf Auflösung/Dynamikumfang der D4 gerne vorziehen würde, disqualifiziert sich sich selber. Da hoffe ich auf Korrektur seitens Nikon.

Gruß
Jochen

nepumuk
13.07.2012, 13:08
... es hätte auch einer D800 besser zu Gesicht gestanden, wenn sie in die gleiche Richtung entwickelt worden wäre. Denn dann hätte sie vielleicht nicht mehr Käufer gefunden (sie verkauft sich offenbar gut), aber mehr Features geboten, die die Leute wirklich haben wollen, anstatt einer Auflösung, die die wenigsten brauchen, jemals ausreizen, oder überhaupt haben wollen.
so ist es. Ich bleib bei der D700, weil ich 36 MP weder haben will noch brauche. Einen D700-Nachfolger mit z.B. 16MP und besserer Leistung bei hohen ISO zzgl. Video zzgl. verbessertem LiveView-Modus zzgl. 100%-Sucher hätte ich gekauft.

Doppelherz
13.07.2012, 18:39
In meinen Augen ist die D800 der eigentliche Nachfolger der 5DMK2. Ich muss gestehen, für mich wäre es bis zu diesem Thread auch die allererste Wahl beim Kauf einer neuen DSLR gewesen. Häufig fotografiere ich bei Flugveranstaltungen und komme mit einem Presseausweis auch nahe ans Geschehen. Meine maximale Brennweite ist 400mm und das ist dann häufig doch zu kurz. Die Cropmöglichkeiten bei der 800 wären an sich ideal. Allerdings fehlt mir hier die Umstellung, wie sie bei Canon z.B. mit sRaw und mRaw gegeben ist. Man braucht diese Auflösung eben nicht immer.

Die von Jochen kritisierte Vorschaumöglichkeit an der D 800 würde allerdings tierisch stören. Das war mir wie gesagt bisher nicht bewußt. Markus hat natürlich auch recht mit der Rauscharmut der jeweiligen Sensoren. Das würde ich aber für die Cropmöglichkeiten in Kauf nehmen. Die Seriengeschwindigkeit der Mk3 und auch den wohl sehr guten Autofokus würde ich nicht zwingend benötigen. Bei den Flugshows hatte ich bisher kein Problem mit der 5DMK2 und den doch sehr schnellen Flugzeugen.

Romeo
13.07.2012, 19:53
Die Cropmöglichkeiten bei der 800 wären an sich ideal. Allerdings fehlt mir hier die Umstellung, wie sie bei Canon z.B. mit sRaw und mRaw gegeben ist. Man braucht diese Auflösung eben nicht immer.

Da würde sich dann doch eine Crop, sei es 7d mit 18MP am 1.6Crop oder eine D7000, als Zeitkamera zum KB-Format anbieten.


Die von Jochen kritisierte Vorschaumöglichkeit an der D 800 würde allerdings tierisch stören. Das war mir wie gesagt bisher nicht bewußt.

Hier findest du noch ein paar Bilder+Video zu dem Thema.

http://www.canikon.de/nikon-kameras-und-zubehoer/15239-probleme-d800-oder.html#post165346

Grüße
Jochen

Freedolin
13.07.2012, 20:29
Da würde sich dann doch eine Crop, sei es 7d mit 18MP am 1.6Crop oder eine D7000, als Zeitkamera zum KB-Format anbieten.


Ja, ging mir auch gleich durch den Kopf. Eine 7D zur 5er macht sich für solche Anwendungen eigentlich ganz gut. Es sei denn, die 400mm sind das lange Ende vom 100-400L, dann wird's vermutlich langsam eng, was die Auflösung angeht. Das Problem würde sich aber an einer Vollformatkamera mit gleicher Pixeldichte genauso stellen.

-- Markus
-- Nikon lens reviews, photozone.de

ManniD
14.07.2012, 06:25
Nö, das ist kein Sackgassendenken, sondern zuvorderst banale Physik.

Nur gibt es derzeit keinen Sensor der diese banale Physik in die Praxis umsetzen kann. Alles scheitert daran, das man diese mehr gesammelten Photonen pro Pixel so entscheidend in bessere Signal-Rauschabstände umsetzen kann, damit das fertige Bild letztlich entscheidend dadurch verbessert wird. Entscheidens ist derzeit doch die Gesammenge an gesammelten Photonen. Selbst der Sensor in der D4 bringt trotz seiner nur 16 MP kein deutlich rauschärmeres Bild zu stande.
Von daher bleibt dein folgender Abschnitt derzeit nur Therorie.


Von zwei ansonsten identischen (!) Sensoren mit unterschiedlicher Auflösung hat der mit der niedrigeren Auflösung grössere Photodioden, die mehr Licht aufnehmen und deswegen weniger rauschen. Hätte also Nikon den (zweifelsohne hervorragenden) Sensor der D800 mit geringerer Auflösung gestaltet, würde er noch weniger Rauschen als er das ohnehin schon tut. Könnte dabei aber auch deutlich mehr Bilder/s liefern.
Die Zeitgleich erschienene D4 zeigt trotz nur 16 MP eben keine deutliche Verbesserung.


Zieht man den Vergleich zur 5D III, kann man natürlich basierend auf den DxO-Werten über den Canon-Sensor die Nase rümpfen. Das aber, lieber Manni, wäre dann Sackgassendenken. Denn damit reduzierst Du die Canon auf ihren Sensor, noch dazu auf Basis von Werten, die teilweise kaum Praxisbezug haben.

Hab ich übehaupt nicht getan. Ich zweifele derzeit nur das Wunschdenken vieler User an, die in weniger auflösenden Sensoren einen Vorteil im Rauschen und Dynamik sehen.


Denn auch wenn der 5D3-Sensor bei DxO schlechter abschneidet als der D800-Sensor, erzielt er durchgängig hervorragende bis exzellente Werte. Werte allerdings, deren Entstehung man im Hinterkopf haben sollte. Denn der Overall Score wird ermittel auf Basis eines auf 8 Megapixel normierten Bildes, die High ISO Werte berücksichtigen nicht nur das Rauschen, sondern auch Dynamikumfang und Farbtiefe bei hohen ISO-Werten. Ein Sensor, der in diesen Disziplinen von Haus aus brilliert (seit einiger Zeit bei fast allen von Nikon verbauten Sensoren der Fall) erzielt hier natürlich bessere Werte, auch wenn er mehr rauscht als die Konkurrenz.

Der D800 Sensor rauscht zwar mehr, was aber auf gleiche Ausgabegröße gebracht eben kein Nachteil ist. Auch ist es egal ob die Dxo Werte nun auf 8, 16, 24 oder 36 MP umgerechnet werden. Es bleibt dabei, keinen Vorteil im Rauschen bei gleicher Ausgabegröße.


Zu allem Überfluss werden die DxO-Benchmarks mit den puren, unbehandelten RAW-Daten des Sensors ermittelt. Das sind recht theoretische Werte, denn Demosaic, Schärfung, etc., gehören für uns Normalsterbliche zu einem digitalen Workflow zwangsweise dazu, und je nach verwendeter Software können sich die Unterschiede zwischen den einzelnen Sensoren nochmal deutlich verschieben (in beide Richtungen).

Ich kenne nur die RAW Vergleiche auf DPReview, die sind per Lightroom(ACR) konvertiert. Auch hier, gleiche Ausgabegröße, gleiches Rauschen.
Schaue ich mir die Nikon internen Vergleich von AndyE in verschiedenen Foren an, sehe ich auch nur, das die Wunschvorstellung von weniger Pixel = weniger Rauschen eine Wunschvorstellung geblieben ist.


Es ist immer problematisch, eine so komplexe Gerätschaft wie z.B. eine DSLR auf ein paar Messwerte reduzieren zu wollen. Oder sie anhand einer einzelnen Eigenschaften, hier eben des Sensors, beurteilen zu wollen. Das ist etwa so sinnfrei wie ein Kfz anhand seiner Literleistung zu bewerten.

Wie schon erwähnt ging es mir nur um die etwas zweifelhafte Theorie: "Große Pixel weniger Rauschen". Das die 5D III eine ganz hervorragende Kamera ist, steht ausser Frage.


Deswegen bleibe ich dabei: die 5D3 ist in der Summe ihrer Eigenschaften für die Mehrheit der Käufer ganz klar die attraktivere Kamera.

Ob das die Mehrheit der Käufer so sieht wage ich zu bezweifeln. Viele greifen halt zur 5D III, weil sie eh schon im Canonlager sind. Viele auch, weil sie eben denken eine universellere Kamera im HighISO-Bereich zu haben.
Aber in den Foren sieht man m.M. nach schon einen Trend, das Canonuser verstärkt zu Nikon schauen. Eben wegen der D800.
Mir ist das ganze letztlich ziemlich wurscht. Mir reichen sogar die mageren 12 MP einer D700. Für Ausbelichtungen im "normalen Betrachtungsabstand" reicht sie vollkommen aus, egal wie groß man ausbelichtet.

Romeo
14.07.2012, 10:28
Aber in den Foren sieht man m.M. nach schon einen Trend, das Canonuser verstärkt zu Nikon schauen. Eben wegen der D800.


Was daran liegen wird, dass so gut wie an allen Foren nur die positiven Aspekte der Kamera in den Vordergrund gestellt werden. Also die 36MP, die genialen NEF bei niedrigen ISO ( bei steigendender ISO verliert sie z.B. im Vergleich zur D4 schnell den Vorteil im Dynamikumfang ) und die positive Preisgestaltung für das Paket, gerade auch in Verbindung mit den neuen AF-S 1.8er Optiken.
Aber die Mängel scheinen die meisten gerne verschweigen zu wollen. Die Wertigkeit/Verarbeitung von D4/D800 hat zu den Vorgängern D3(x,s)/D700 nachgelassen, AF-Pobleme mit UWW und den linken AF-Feldern, Schärfepriorität funktioniert nicht bei Fokussierung über AF-On und LiveView ist bei Studio-Blitzeinsatz / langen Belichtungszeiten unbrauchbar.

Klar, der Klebestreifen für das Lichtleck bei den betroffenen Modellen der 5d Mk III ist nicht gerade die elegante Lösung und das Problem der mangelnden Anzeige des aktiven AF-Feldes verärgert bei 5d MK III / 1d X auch einige, aber die scheinen wenigstens das AF-Debakel der 1d Mk III weit hinter sich gelassen zu haben, in welches mir Nikon jetzt langsam herein zu schlittern scheint. Leider.

Sobald Nikon zumindest das LiveView Problem gelöst hat, also nicht mehr nur Belichtungssimulation, sondern zusätzlich als Option wieder die alte Standardansicht bietet ( wie es Canon vormacht und zwar rauschfrei ), wird die D800 dennoch wieder einziehen dürfen, nachdem sie jetzt erst mal wieder zurück gegangen ist.

Grüße
Jochen