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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Umgang mit Tilt / Shift (T/S) Linsen...



Mark
10.11.2010, 07:58
Sagt mal, ich kenne da jemanden, der grad ganz neu in die Welt der T/S Objektive einsteigen möchte.
Habt Ihr da gute Links im Internet, die den (ja wohl nicht ganz einfachen) Umgang erklären? Es geht speziell um das Canon 24er TS (vermutlich sind die aber ja alle ähnlich im Umgang?).

Die Links die ich bisher gefunden habe, sind alle "geht so"...

Wer von Euch hat eigentlich selber eins?

Danke schon jetzt für Eure Tipps.

Freedolin
10.11.2010, 10:27
Darf es englisch sein?

Using Tilt-Shift Lenses to Control Perspective (http://www.cambridgeincolour.com/tutorials/tilt-shift-lenses1.htm)

Using Tilt-Shift Lenses to Control Depth of Field (http://www.cambridgeincolour.com/tutorials/tilt-shift-lenses2.htm)

Die Grundlagen sind eigentlich nicht so schwer. Aber die Umsetzung ;)

Ein paar Tips: idealerweise nutzt Du ein Stativ und LiveView. Wenn Du ein hochauflösendes Display an der Kamera hast: gut. Ansonsten am besten möglichst direkt nach der Aufnahme prüfen, ob die Schärfe da liegt wo sie sein soll und ob alle Linien tatsächlich so laufen, wie Du es Dir vorstellst.

Welchen Effekt welche Verstellung bewirkt, sollte man sich theoretisch anlesen und verinnerlichen, letztendlich hilft aber bei T/S-Linsen nur eins: üben, üben, üben! T/S Linsen machen nur dann auf Dauer Spass, wenn man sich immer wieder neue kreative Aufgaben stellt. Und diese dann, trotz aller möglichen und sicherlich auftretenden Rückschläge, auch umzusetzen versucht.

Und: verabschiede Dich sowohl vom "grünen Punkt" (AF confirm) als auch von Deinem Belichtungsmesser. Beide sind weitestgehend wertlos, wenn Du eine der Verstellmöglichkeiten einer TS-Linse nutzt. Wenn Du nicht ohne Belichtungsmesser sein kannst: Linse zentrieren, erst messen, Werte in M-Modus übertragen, dann erst die Linse verstellen.

-- Markus

zoz
10.11.2010, 11:12
Die Grundlagen sind eigentlich nicht so schwer.

Genau!

Das Shiften ist dabei imho auch recht einfach umzusetzen, weil man das Ergebnis direkt im Sucher sieht.
Das Tilten ist in einer Kleinbildkamera dabei so diffizil, weil es schwierig ist die Schärfe über das ganze Bildfeld zu kontrollieren.

Nach meiner Erfahrung braucht man die Tilt-Funktion beim 24er nur äußerst selten.
In der Regel benutzt man dieses in der Architektur und Landschaftsfotografie (sehr gut auch für Gruppenaufnahmen bei beengten Verhältnissen) und dann shiftet man eigentlich nur. Dann kann man auch gut ohne Liveview leben, da man am besten die Kamera waagerecht aufbaut und dann mit horizontalem schwenken und vertikalem shift den Bildausschnitt einstellt.
Eine Schärfedehnung ist wegen der großen Schärfentiefe des 24ers nur selten notwendig.

Mark
10.11.2010, 12:02
Gute Hinweise, danke!

Bin gespannt, ob derjenige, für den es ist sich zu Wort meldet - angemeldet ist er schon...

;-)

Piet
10.11.2010, 20:12
Hm, kenne ich den zufällig auch? ;D
Danke für die Links, interessiert mich auch brennend, das Thema! *Räusper*

zoz
11.11.2010, 14:13
Ach schau einer guck...

Was hast Du denn so vor damit?

Piet
12.11.2010, 17:42
Architektur und Landschaft. Endlich stürzt bei Gebäuden nix mehr.
Freue mich riesig auf das Objektiv, auch wenn man laaaange darauf sparen muss. Ich bin gespannt, ob ich damit klarkomme. Diejenigen, die das Objektiv (besonders in der Version II) einsetzen, sind ja restlos begeistert.

zoz
12.11.2010, 22:47
Diejenigen, die das Objektiv (besonders in der Version II) einsetzen, sind ja restlos begeistert.

Jawoll! ;D

maksim
21.11.2010, 06:56
Jep, die o.g. Links kann ich dir auch empfehlen und wuerd noch mit den beiden kostenlosen eBooks von Harold M. Merklinger "Focusing the View Camera" und "The Ins and Outs of Focus" dazu packen. (Download The INs and OUTs of FOCUS (http://www.trenholm.org/hmmerk/download.html))

Zu den o.g. Tips haette ich noch beizutragen, das es NICHT zwingend ist ein Stativ zu benuzten. Natuerlich ist das meistens sinnvoll, wenn du z.B. Passanten wegbeamen willst und praeziser ist es allemal, aber wenn du z.B. in der Landschaft die Schaerfeebene beeinflussen willst, ist derartige Praezision haeufig nicht noetig. Lauf ruhig mal ein paar Tage ohne Stativ mit dem Ding rum und probier ein bisschen aus (ich mein auch Sachen, die abseits von dieser albernen Miniaturisierungs-Kiste liegen). Gerade beim 24er kannst du mal den Neigungswinkel (nach unten) auf 1grad feststellen und versuchen dein langgestrecktes Motiv in die Fokusebene zu bekommen. wenn du das verinnerlicht hast, hast du Scheimpflug ohne laestige Physik gemeistert ... 8-)

Bei Architekturaufnahmen neigen die Leute dazu, wirklich alles parallel zu ziehen. Auch dann, wenn sie z.B. von einem erhoehten Punkt fotografieren. Dann aber wirkt diese Parallelitaet unnatuerlich. Nicht-parallele oder stuerzende Linien sind nicht per se boese. Auch hier hilft nur probieren. Wann etwas komisch aussieht und wann was nicht, entscheidet man in den ersten Sekunden. Je laenger du draufschaust, desto nortmaler wirds. Daher ist's haeufig gar nicht verkehrt sich gerade die Shift-Fotos mal "gegenlesen" zu lassen.

Piet
21.11.2010, 11:28
Vielen Dank für eure Tipps! Die eBooks sind mal richtig harter Stoff. Hab sie mir schon runtergeladen, genau der richtige Stoff für kalte Winterabende (und ich werde einige brauchen, um das alles zu verstehen ;D)