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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Einbeinstativ Verschlusszeit



franky
04.10.2010, 12:39
Sorry, Ich habe da mal wieder eine dumme Frage:-[ wenn man Frei Hand z.B. mit einer Brennweite von 200 Fotografiert muss die Verschlusszeit ja eigentlich auch so um die 200 + Vergrößerung Faktor sein, um ein nicht verwackeltes Bild zu bekommen. Wie sieht es denn da bei einem Einbeinstativ aus? Gibt es da auch irgendeine Formel? Meine Frage bezieht sich auf Objektive und Kameras ohne Bildstabilisator.

Axel
04.10.2010, 13:03
Die Formel kannst Du den Hasen geben. Probier' es selber aus, es hängt zu sehr davon ab, ob Du schon den Tatterich hast, die ganze Nacht durchgesoffen hast oder auf Turkey bist, als dass Du Dich darauf verlassen könntest, mit einer bestimmten Formelzeit scharfe Fotos zu schießen, bei der es bei anderen geklappt hat. Mach in der jeweiligen Tagesform ein Testfoto und korrigiere die Verschlusszeit nach oben oder unten, je nachdem, wie Du zufrieden bist. Das ist alles, da musst Du nicht mal rechnen können.

Spuckie
04.10.2010, 14:09
... auf Turkey bist

da kommen die besten Bilder bei raus ;)

Mark
04.10.2010, 14:17
Das kann man in der Tat so einfach nicht sagen. Ich würde aus dem Bauch raus sagen, dass Du 1/100 gut halten kannst mit dem Einbein bei 200mm - aber das hängt von sooo viel ab...

Axel
04.10.2010, 14:28
aus dem Bauch raus sagen, dass Du 1/100 gut halten

Aus der Erfahrung kann ich sagen, man kann noch viel, viel längere Zeiten halten, durchaus im Sekundenbereich, wenn man auf zwei Beinen steht und die Kamera auf dem Einbein ans Auge drückt. Dann hat man nämlich für die Aufnahme nahezu die Stabilität eines Dreibeins. Der Hauptunterschied dieser Kombi zum Dreibein kommt erst bei mehreren Aufnahmen hintereinander zum Tragen, da Du 10 Sekunden später nicht mehr exakt dieselbe Position hast und so z.B. keine superexakten Panos machen kannst, weil Du die Kamera zwischendurch vom Auge nimmst. Während einer einzigen Aufnahme entsteht aber kein Stabilitätsproblem.

Im übrigen kann man mit der entsprechenden Körperhaltung und Übung auch aus der freien Hand 200mm am Crop mit längeren Zeiten als 1/200s halten. Aber auch das ist eine Frage des Motivs, der Schärfeanforderungen und der persönlichen Vorlieben. Sicher ist jedenfalls: Lieber ein Foto aus der Hand, das leicht verwackelt ist, als gar keines, weil man das Stativ vergessen hat, habe es nun ein oder drei Beine.

Oliver78
04.10.2010, 15:18
Ob man nun die Formel 1 durch Brennweite mal Crop-Faktor den Hasen geben muss, lass ich mal dahin gestellt. Jedenfalls ist es eine Faustformel, die durch verschiedene Umstände entsprechend verbessert werden kann: Atemtechnik, Körperspannung, Körperhaltung,...

Aus der Erfahrung kann ich sagen, man kann noch viel, viel längere Zeiten halten, durchaus im Sekundenbereich,
Sekundenbereich? Das würde ich gern mal sehen. Hast du Beispielbilder?

Benno Steuernagel-Gniffke
04.10.2010, 17:20
Hast du Beispielbilder?

Oliver,

so etwas fragt man doch nicht, wenn man die Antwort schon erahnen kann. 8)

Axel
04.10.2010, 17:28
Sekundenbereich? Das würde ich gern mal sehen. Hast du Beispielbilder?

Mann, mit EINBEIN! Das ist doch nun wirklich keine Kunst, solche langen Verschlusszeiten zu halten!


im Sekundenbereich, wenn man auf zwei Beinen steht und die Kamera auf dem Einbein ans Auge drückt.

Danach wurde schließlich auch gefragt:



Wie sieht es denn da bei einem Einbeinstativ aus? Gibt es da auch irgendeine Formel?

franky
05.10.2010, 12:46
Aus euren Antworten lese ich heraus, dass man die Verschlusszeit bei einem Einbeinstativ nicht so genau beurteilen kann und man da wohl selber etwas rum Experimentieren muss. Ich danke euch für eure Antworten.

Axel
05.10.2010, 13:01
Aus euren Antworten lese ich heraus, dass man die Verschlusszeit bei einem Einbeinstativ nicht so genau beurteilen kann und man da wohl selber etwas rum Experimentieren muss. Ich danke euch für eure Antworten.

Das gilt nicht nur mit Einbeinstativ, sondern auch für Aufnahmen aus der Hand. Die eingangs zitierte Formel ist ein Anhaltspunkt, von dem aus man sich an seine eigenen Fähigkeiten herantasten kann. Manche Leute können längere Zeiten verwacklungsfrei halten als andere. Manche Leute haben andere Ansprüche an Schärfe als andere. In manchen Situationen erscheint mehr Verwacklungsunschärfe akzeptabel als in anderen.

PeterBa
06.10.2010, 12:00
Das gilt nicht nur mit Einbeinstativ, sondern auch für Aufnahmen aus der Hand. Die eingangs zitierte Formel ist ein Anhaltspunkt, von dem aus man sich an seine eigenen Fähigkeiten herantasten kann.

Genau, das ist der Punkt.
Manche Leute haben eine ruhigere Hand als andere. Nimm es als das, was es ist: ein ganz ganz grober Richtwert. Nicht mwhr und nicht weniger.

Ein Einbein Stativ hat aber auch noch ganz andere Vorteile: Man braucht beispielsweise ein Teleobjektiv nicht immer absetzen, wenn man auf die Situation wartet, sondern kann sich auch noch selbst gemütlich darauf abstützen. Aber Vorsicht, es gibt da Stative, die fahren bei dem gewicht in sich zusammen. Das erdient dann die bezeichnung "Stativ" nicht mehr.

Ich nutze es nicht, um die Zeit verlängern zu können, sondern als Objektivstütze. So lässt sich in vielem dann bequemer fotografieren. Und ich habe auch einen Kugelkopf af dem Einbein. Damit erhält man doch noch mehr Freiheiten und Möglichkeiten. Man kann beispielsweise das Einbein fest gegen eine Mauer pressen und den Winkel dann über den Kugelkopf einstellen. Das ist dann schon fast so stabil wie ein dreibein.

Axel
06.10.2010, 13:56
Man kann beispielsweise das Einbein fest gegen eine Mauer pressen und den Winkel dann über den Kugelkopf einstellen. Das ist dann schon fast so stabil wie ein dreibein.

Genau so ist es, statt Mauer geht auch der eigene Körper und so kommt man dann mit Übung auch in den Sekundenbereich, auch wenn die Herren Benno und Oliver Zweifel haben.

Benno Steuernagel-Gniffke
06.10.2010, 16:58
Genau so ist es, statt Mauer geht auch der eigene Körper und so kommt man dann mit Übung auch in den Sekundenbereich, auch wenn die Herren Benno und Oliver Zweifel haben.

Axel,
ich habe doch keine Zweifel angemeldet bezüglich Deiner Aussage. Jeder kann nachlesen, dass ich etwas völlig anderes geschrieben habe.
Du bist doch sonst immer 100% korrekt. Muss ich mir nun Sorgen um Dich machen?

Volker Arnold
06.10.2010, 17:24
Nun wenn ich hier bei diesem Bild ein Einbeinstativ dabei gehabt hätte, dann wäre dieses Bild sicherlich etwas schärfer geworden. Aber es entstand aus der Gewohnheit heraus wie 99% meiner Bilder ohne Stativ. In meiner Jugend war ich Sportschütze und habe mal versucht altes wieder aufleben zu lassen. Immerhin konnte ich das Bild mit einer Zeit von 1,6 Sekunden schiesen. Mit Einbein wären natürlich andere ISO´s möglich, dafür aber auch die längere Verschlusszeit. Für gewisse Aufnahmen finde ich es garnicht schlecht, obwohl ich eher keins mit mir herumschleppe.
Mein Fazit: mit Einbein sind längere Verschlusszeiten bei kleineren ISO´s möglich, aber eine Pauschalaussage kannst du leider nicht treffen.

Axel
06.10.2010, 17:28
Axel,
ich habe doch keine Zweifel angemeldet bezüglich Deiner Aussage. Jeder kann nachlesen, dass ich etwas völlig anderes geschrieben habe.

Achsoooo, dann habe ich Dich wohl missverstanden...



Oliver,

so etwas fragt man doch nicht, wenn man die Antwort schon erahnen kann. 8)

Volker: 1A!

Spuckie
06.10.2010, 21:36
@Volker, wow, das schaffe ich noch nicht mal mit einem 85er...

Ich hab so einen Tatterich, dass ich mittlerweile fast nur noch Stative verwende, ausser bei Sonnenschein am Strand ;)

PeterO.
06.10.2010, 22:31
Mit der richtigen Technik, in diesem Fall die Möglichkeit sich und die Kamera an einer Wand anzulehnen, und einem guten Stabi ist heute auch ohne Einbein viel möglich, wie mein Bild für den Monatswettbewerb Oktober zeigt, Verschlusszeit 1,3 Sekunden <klick> (http://www.canikon.de/umg.php?m=2258).

(http://www.canikon.de/umg.php?m=2258)

Oliver78
07.10.2010, 06:29
@Volker: :eek: Mir fehlen die Worte. Einfach nur Top :D Da hat dir deine Sportschützenvergangenheit aber sicherlich ordentlich geholfen.

Axel
07.10.2010, 06:58
...nur dass 24mm nicht 200mm sind.

elastico
08.10.2010, 09:35
Formel gewünscht? Warum rumeiern und nicht einfach Karten auf den Tisch?
Ohne Stativ: 1/Brennweite
Mit Einbein: 1/ (Brennweite/16) - oder: 1/Brennweite + 4 Blendenstufen
Bei 200mm also ~1/10

Stimmt nicht? Stimmt! Man kann natürlich argumentieren, dass schon 1/Brennweite nicht stimmt weil es ja ach so viele verschiedene Menschen gibt und viele verschiedene Bauformen von Kameras die sich auf unterschiedlichste Art und Weise halten lassen. Übung hilft zudem.
Und natürlich kann ein Stativ auch mehr oder weniger als 4 Blendenstufen bringen und wenn ich das Einbein vorher in einen Eimer stelle und diesen mit Beton befülle oder das Einbein in eine Felsspalte drücke oder das Stativ an eine Wand presse ist noch weit mehr möglich.

Leute - Es sind Daumenregeln, Faustformeln die eine grobe Richtlinie geben können, eine gewisse Sicherheit. Es hilft nicht, den Menschen mit der ruhigsten Hand der Welt als Maßstab zu nehmen, genauso wenig wie denjenigen, der auch nach 2 Valium noch am zittern ist.

@franky: Lass Dich hier nicht verunsichern. Das Einbein schafft ungefähr das, was ein guter Bildstabilisator schafft. Mindestens. Also 3-4 Blendenstufen kannst Du rechnen wobei das natürlich nur geht, wenn Du Dich auch bemühst ruhig zu stehen ;) Ob und wie viel mehr Du schaffst, dass musst Du ausprobieren.