zoz
04.07.2010, 15:43
Habe den Titel des Threads geändert um hier die Erfahrungen nicht nur mit dem Ultron sondern auch mit anderen Objektiven zu posten.
Habe jetzt ja seit kurzem eine M8.
Da ich sie nur als zweite neben meiner DSLR anschaffen wollte und das Geld eh immer etwas knapp ist hatte ich mich nach günstigen Alternativen zu den doch recht teuren Leica Linsen umgeschaut.
Dabei stößt man neben den Zeiss ZM Objektiven natürlich früher oder später auf Voigtländer. Diese werden unter dem alten Label von Cosina in Japan hergestellt, die auch für Zeiss die meisten Objektive fertigen.
Die Meinungen zu den Objektiven im Netz sind relativ dünn gesät i.A. überwiegt dann der Tenor: "Nicht so gut wie die Leicas, aber fürs Geld ordentliche Leistung".
Werde deshalb hier über ein paar Voigtländer Linsen berichten.
Voigländer Ultron 2/28
Da ich für meine M8 unbedingt ein 28er haben wollte habe ich mich da nach verschiedenen Alternativen umgesehen:
Leica Summicron-M 2/28 Asph (neu ca. 3000€):o
Leica Elmarit-M 2,8/28 Asph (neu ca. 1500€ gebraucht ca 1200€)
Ältere Leica 2,8/28 (je nach Alter gebraucht immer noch 750-900€)
Zeiss Biogon ZM 2,8/28 (neu ca. 900€)
Voigtländer Ultron 2/28 (neu ca. 500€)
Habe mich als ich ein günstiges Angebot sah dazu entschlossen, dass Ultron mal zu probieren...
http://zozgornik.de/Image/M8/UltronAnM8.jpg
Die Verarbeitung des des Objektives ist excellent. Der Fokusring läuft praktisch spielfrei und sehr sauber, die Blende rastet in halben Stufen und ist vielleicht einen hauch zu leichtgängig. Die aufgeschraubte Streulichtblende könnte ruhig ein Bajonett haben und etwas größer sein (evtl. sogar rechteckig und oder mit Durchblick). Es ist etwas mühsam sie für einen Filterwechsel immer runter zu schrauben. Die Blenden vom 35er Skopar sowie vom 35er und 40er Nokton sind da deutlich besser gelungen.
Die optischen Leistungen haben mich positiv überrascht. Es ist zwar bei f2 etwas weich, aber durchaus zu gebrauchen auch Vignettierung und Randabfall halten sich (auf dem 1,3er Crop) in Grenzen. Bei 2,8 legt die Leistung deutlich zu (danach kaum noch) und kann (mich) über das ganze Bildfeld überzeugen.
Die M8 erkennt welches Objektiv aufgesetzt ist an einen Balkencode am Bajonett, diesen weisen Objektive anderer Hersteller (natürlich) nicht auf. Die Firmware kennt auch keine Fremdobjektive. Deshalb habe ich mein Ultron als Summicron 2/28 Asph codiert, damit in den Exifs die Brennweite angezeigt werden kann. Dafür findet man im Internet auch Schablonen (zum downloaden und ausdrucken) Es ist aber sehr schwierig sie auszurichten. Ich habe mich deshalb dafür entschieden an meiner M8 die Lage der Dioden außen am Bajonet zu markieren und diese Markierungen dann aufs Objektiv zu übertragen. Das funktioniert sehr gut!
http://zozgornik.de/Image/M8/M8CodeMarkierungen.jpg
Am Objektiv habe ich dann die entsprechenden Balken mit einem feinen Edding aufs Bajonett gemalt. Die neueren Voigtländer Objektive haben (dafür???) einen eingesenkten Ring in dem man das sehr gut platzieren kann ohne, dass die Markierung wieder abgerieben wird.
Auf die weißen Balken kann man wegen der matten Verchromung offensichtlich verzichten.
Die Codes findet man übrigens hier (http://whimster-photography.com/leica_m_lens_codes/index.html).
http://zozgornik.de/Image/M8/UltronCodiert.jpg
Gestern hatte ich dann kurz die Gelegenheit das Ultron mit einem Elmarit Aspherical zu vergleichen. Dieser Vergleich war alles andere als wissenschaftlich, da ich lediglich beide Linsen bei f2,8 verglichen habe und die Aufnahmen aus der Hand mit leider nicht 100% identischen Ausschnitten gemacht habe. Für mich war er aber sehr aufschlussreich, und Ihr könnt Euch ja selbst ein Bild machen.
Es war hier übrigens auf keinem der Bilder ein UV-IR-Cut-Filter im Einsatz (meiner ist noch unterwegs).
http://zozgornik.de/Image/M8/UltronVsElmarit.jpg
Wer will kann sich hier die DNGs runterladen:
www.zozgornik.de/Image/M8/L1049031.DNG (http://www.zozgornik.de/Image/M8/L1049031.DNG)
www.zozgornik.de/Image/M8/L1049032.DNG (http://www.zozgornik.de/Image/M8/L1049032.DNG)
Wie bei vielen lichtstarken Objektiven so lässt sich auch beim Ultron ein Fokusshift feststellen. Das bedeutet, dass die Lage des schärfsten Punktes bei gleich bleibender Stellung des Fokusringes abhängig von der Blende wandert. Dieser Effekt tritt um so deutlicher auf je geringer die Schärfentiefe ist (also bei hoch geöffneten Objektiven im Nahbereich) So auch beim Ultron:
http://zozgornik.de/Image/M8/UltronFocusShift.jpg
Fokussiert hatte ich auf den mittleren Kronkorken. Die Kamera stand auf einem Stativ und es wurde lediglich die Blende geschlossen (bei Zeitautomatik).
Der Fokus stimmt bei ca. f2,8.
Bei 2 liegt er vor dem anvisierten Ziel. Weiter abgeblendet liegt er dahinter, wobei das Ziel imho dann immer innerhalb der Schärfentiefe liegt.
Bei größeren Motiventfernungen (hier fast an der Nahgrenze) spielt der Effekt eine immer geringer werdende Rolle.
Zusammenfassend bin ich mit dem Ultron sehr zufrieden.
Habe jetzt ja seit kurzem eine M8.
Da ich sie nur als zweite neben meiner DSLR anschaffen wollte und das Geld eh immer etwas knapp ist hatte ich mich nach günstigen Alternativen zu den doch recht teuren Leica Linsen umgeschaut.
Dabei stößt man neben den Zeiss ZM Objektiven natürlich früher oder später auf Voigtländer. Diese werden unter dem alten Label von Cosina in Japan hergestellt, die auch für Zeiss die meisten Objektive fertigen.
Die Meinungen zu den Objektiven im Netz sind relativ dünn gesät i.A. überwiegt dann der Tenor: "Nicht so gut wie die Leicas, aber fürs Geld ordentliche Leistung".
Werde deshalb hier über ein paar Voigtländer Linsen berichten.
Voigländer Ultron 2/28
Da ich für meine M8 unbedingt ein 28er haben wollte habe ich mich da nach verschiedenen Alternativen umgesehen:
Leica Summicron-M 2/28 Asph (neu ca. 3000€):o
Leica Elmarit-M 2,8/28 Asph (neu ca. 1500€ gebraucht ca 1200€)
Ältere Leica 2,8/28 (je nach Alter gebraucht immer noch 750-900€)
Zeiss Biogon ZM 2,8/28 (neu ca. 900€)
Voigtländer Ultron 2/28 (neu ca. 500€)
Habe mich als ich ein günstiges Angebot sah dazu entschlossen, dass Ultron mal zu probieren...
http://zozgornik.de/Image/M8/UltronAnM8.jpg
Die Verarbeitung des des Objektives ist excellent. Der Fokusring läuft praktisch spielfrei und sehr sauber, die Blende rastet in halben Stufen und ist vielleicht einen hauch zu leichtgängig. Die aufgeschraubte Streulichtblende könnte ruhig ein Bajonett haben und etwas größer sein (evtl. sogar rechteckig und oder mit Durchblick). Es ist etwas mühsam sie für einen Filterwechsel immer runter zu schrauben. Die Blenden vom 35er Skopar sowie vom 35er und 40er Nokton sind da deutlich besser gelungen.
Die optischen Leistungen haben mich positiv überrascht. Es ist zwar bei f2 etwas weich, aber durchaus zu gebrauchen auch Vignettierung und Randabfall halten sich (auf dem 1,3er Crop) in Grenzen. Bei 2,8 legt die Leistung deutlich zu (danach kaum noch) und kann (mich) über das ganze Bildfeld überzeugen.
Die M8 erkennt welches Objektiv aufgesetzt ist an einen Balkencode am Bajonett, diesen weisen Objektive anderer Hersteller (natürlich) nicht auf. Die Firmware kennt auch keine Fremdobjektive. Deshalb habe ich mein Ultron als Summicron 2/28 Asph codiert, damit in den Exifs die Brennweite angezeigt werden kann. Dafür findet man im Internet auch Schablonen (zum downloaden und ausdrucken) Es ist aber sehr schwierig sie auszurichten. Ich habe mich deshalb dafür entschieden an meiner M8 die Lage der Dioden außen am Bajonet zu markieren und diese Markierungen dann aufs Objektiv zu übertragen. Das funktioniert sehr gut!
http://zozgornik.de/Image/M8/M8CodeMarkierungen.jpg
Am Objektiv habe ich dann die entsprechenden Balken mit einem feinen Edding aufs Bajonett gemalt. Die neueren Voigtländer Objektive haben (dafür???) einen eingesenkten Ring in dem man das sehr gut platzieren kann ohne, dass die Markierung wieder abgerieben wird.
Auf die weißen Balken kann man wegen der matten Verchromung offensichtlich verzichten.
Die Codes findet man übrigens hier (http://whimster-photography.com/leica_m_lens_codes/index.html).
http://zozgornik.de/Image/M8/UltronCodiert.jpg
Gestern hatte ich dann kurz die Gelegenheit das Ultron mit einem Elmarit Aspherical zu vergleichen. Dieser Vergleich war alles andere als wissenschaftlich, da ich lediglich beide Linsen bei f2,8 verglichen habe und die Aufnahmen aus der Hand mit leider nicht 100% identischen Ausschnitten gemacht habe. Für mich war er aber sehr aufschlussreich, und Ihr könnt Euch ja selbst ein Bild machen.
Es war hier übrigens auf keinem der Bilder ein UV-IR-Cut-Filter im Einsatz (meiner ist noch unterwegs).
http://zozgornik.de/Image/M8/UltronVsElmarit.jpg
Wer will kann sich hier die DNGs runterladen:
www.zozgornik.de/Image/M8/L1049031.DNG (http://www.zozgornik.de/Image/M8/L1049031.DNG)
www.zozgornik.de/Image/M8/L1049032.DNG (http://www.zozgornik.de/Image/M8/L1049032.DNG)
Wie bei vielen lichtstarken Objektiven so lässt sich auch beim Ultron ein Fokusshift feststellen. Das bedeutet, dass die Lage des schärfsten Punktes bei gleich bleibender Stellung des Fokusringes abhängig von der Blende wandert. Dieser Effekt tritt um so deutlicher auf je geringer die Schärfentiefe ist (also bei hoch geöffneten Objektiven im Nahbereich) So auch beim Ultron:
http://zozgornik.de/Image/M8/UltronFocusShift.jpg
Fokussiert hatte ich auf den mittleren Kronkorken. Die Kamera stand auf einem Stativ und es wurde lediglich die Blende geschlossen (bei Zeitautomatik).
Der Fokus stimmt bei ca. f2,8.
Bei 2 liegt er vor dem anvisierten Ziel. Weiter abgeblendet liegt er dahinter, wobei das Ziel imho dann immer innerhalb der Schärfentiefe liegt.
Bei größeren Motiventfernungen (hier fast an der Nahgrenze) spielt der Effekt eine immer geringer werdende Rolle.
Zusammenfassend bin ich mit dem Ultron sehr zufrieden.