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Messsucher Kameras haben ihren eigenen Reiz und zu analogen Zeiten hatte ich auch eine Weile eine kompakte Messsucher Kamera (Canon Canonet). Aber digital gab es vor der M8 eigentlich nur die Epson die ich selbst live noch nicht gesehen habe. Die M8 konnte ich mir dann auf der Photokina 2006 anschauen, und war spontan angetan. Der Preis war jedoch weit jenseits meiner Vorstellung für eine Ergänzung zur DSLR.
Eine Messsucherkamera hat in vielen Belangen Nachteile gegenüber einer Spiegelreflexkamera:
Die Bereiche in denen man mit dieser Kamera arbeiten kann sind bzgl. Brennweite und Arbeitsabstand sehr eingeschränkt. Stärkere Weitwinkel und längere Telebrennweiten (bei der M8 <24mm und >90mm) können nur mit z.T. umständlichen Zubehör (Aufstecksucher, Visoflex, Sucherbrille) verwendet werden und die Nahgrenze der Fokussierung liegt bei den meisten Kameras bei 0,7m.
Zudem besitzt auch eine Messsucherkamera wie jede Sucherkamera (zu denen auch die zweiäugigen Spiegelreflex Kameras gehören) eine Parallaxe. (Abweichung zwischen dem was man im Sucher sieht und dem was auf dem Bild ist.)
Zwar wird die Verschiebung des Sucherbildes für die Schärfeebene meist kompensiert, aber man hat ja auch eine ganz leicht unterschiedliche Perspektive, die natürlich nicht korrigiert werden kann. Zudem sind die Sucherrahmen nur bedingt genau, was dazu führt, dass man den Bildausschnitt mehr schätzt als wirklich sieht. (Es ist immer etwas mehr auf dem Bild.)
Die Fokussierung einer Messsucherkamera läuft über einen sogenannten Mischbild-Entfernungsmesser. Dabei wird in der Mitte des Suchers ein Ausschnitt doppelt gezeigt. Wenn diese beiden Bilder übereinander liegen dann liegt an diesem Ort die Schärfe. In der Praxis ungefähr vergleichbar mit einem Schnittbild im Sucher einer SLR, technisch aber ganz anders gelöst, und man hat nicht zwei versetzte Bildhälften, sondern wirklich übereinander liegende Bilder, was das fokussieren imho noch einfacher macht.
Da dieses System nicht vom Objektiv abhängt ist auch die Präzision der Fokussierung nicht vom Objektiv abhängig. Das hat zur Folge, dass man kurze Brennweiten mit einem Messucher viel genauer fokussieren kann als auf einer Mattscheibe (Schnittbild) aber lange Brennweiten sich eben deutlich unsicherer fokussieren lassen.
Schaut man sich konkret die M8 an so stellt man fest, dass sie von vorne auf den ersten Blick kaum von einer analogen M-Kamera (egal ob von 1955 oder 2005) zu unterscheiden ist. Auf einem zweiten Blick stellt man dann fest, dass sie keinen Schnellspannhebel und keinen Filmrückspulknopf hat. und dreht man sie um findet man natürlich den Monitor mit den für Digitalkameras üblichen Knöpfen für die Bedienung.
Zur Bedienung der Kamerafunktionen gibt es einen Blendenring am Objektiv und ein Zeitknopf auf dem Deckel (mit A-Stellung). Einen Einschalter mit dem man Einzelbild, Reihen oder Zeitauslöser wählt und natürlich einen Auslöser (mit klassischem Drahtauslösergewinde!) That´s it!
So oder so ähnlich sahen auch die Bedienungselemente vieler SLRs in den 70ern und frühen 80ern aus. Egal ob Nikon F2,F3,FE; Canon F1,A1; Olympus OM1-4; Minolta XD3-7 usw.
Nach diesem Blick kann man die Anleitung getrost ins Altpapier legen, diese Kamera gibt keine Rätsel auf...
Im Sucher setzt sich diese Askese fort:
Neben den Sucherrahmen und dem Mischbild zeigt einem der Sucher im A-Modus die Belichtungszeit in roten LEDs an, odereine Lichtwaage mit drei Symbolen < o > die eingestellte Blende wird vom Objektiv nicht an die Kamera übermittelt und wird im Sucher nicht angezeigt. (Und auch nur ein geschätzter Wert in die Exifs geschrieben!)
Und auch dass nur wenn es sich um ein codiertes (mit eine Strichcode am Bajonett versehenes) Objektiv handelt.
Nach so vielen Einschränkungen:
Wo hat also die Messucher-Kamera Ihre Stärken?
Das Sucherbild ist absolut hell und klar und lässt sich auch in der Dämmerung sehr gut beobachten und manuell fokussieren. Zudem sieht man im Sucher auch das Umfeld ums eigentliche Bild.
Da eine Messucherkamera keinen Schwingspiegel hat können die Objektive viel näher am Film/Sensor sitzen. Das hat Vor- und Nachteile auf die ich später noch eingehen werde.
Auch das Auslösegeräusch fällt ohne Spiegel moderat aus, wenn es auch wegen des schnellen Metallverschlusses nicht mehr so leise wie bei früheren Modellen mit Tuchverschluss.
Warum will man mit einem solchen Anachronismus fotografieren und gibt auch noch viel Geld dafür aus?
Nostalgie?
Nacheifern von Idolen (z.B. Cartier-Bresson)?
Die technische Qualität der Bilder?
Oder Feature-Fasten als Weg zur Fotografischen Erleuchtung?
Fortsetzung folgt...
Grüße!
Steffen
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FARBE ist nicht nur überbewertet, sie ist eine Illusion!






Uii, das wird spannend, ich freu mich schon auf die Fortsetzung und Deine Bilder!!
..."Feature-fasten" find ich gut!!






grüße
andreas
der-lichtbildner.com
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SchwarzWeiß ist Farbe genug. (Barbara Klemm)
um zeit zu sparen, schreiben wir alles in kleinbuchstaben, und nebenbei: warum zwei alfabete verwenden, wenn wir mit einem dasselbe machen können? - walter gropius






Ich sags euch
Es ist einfach ein geiles Gefühl eine M in der Hand zu halten
Ich durfte bisher ein paar mal mit einer M "spielen" und es macht schon spaß...
gruß
Christian
Galerie
P.S.: Feedback, Kritik und Anmerkung sind selbstverständlich erwünscht. Fotos dürfen auch bearbeitet und im gleichen Thread wieder eingestellt werden.






Ich bin sehr auf Deine weiteren Schilderungen gespannt, Steffen.
Ich hatte mir mal vor ein paar Jahren die Freude gemacht eine Leica in die Hand zu nehmen und an Ringen und Knöpfen zu drehen: EINFACH TRAUMHAFT.
Und es ist nicht der Name, sondern einfach diese unvergleichliche Präzision, die man fühlen kann und für die ich Bewunderung aufbringe.
Danke.
Tschüss
Manfred
Ihr dürft mit meinen Bildern anstellen was ihr wollt, solange ihr sie im gleichen Thread wieder hochladet.




netter Bericht - willkommen im Club ^^
Kommen da noch keine Gelüste auf, mit dem Vollformat einer analogen M die vorhandenen Scherben auszuführen?
smile






Es ist nicht so, dass meine weiteren Schilderungen schon fertig wären.
Ich wollte zuerst schreiben "to be continued". Da ich aber kein Freund von unnötigen Anglizismen bin habe ich "Fortsetzung folgt" geschrieben. Besser (übersetzt) wäre aber gewesen "eine Fortsetzung muss noch geschrieben werden".
Die Faszination der mechanischen Präzision und der "einfachen" Technik ist schon enorm, aber ob es das Richtige für mich ist weiß ich noch nicht. Die bisherigen Ergebnisse sind da durchwachsen. Definitiv ist die Kamera für das was ich bisher meistens so gemacht habe eher nicht so gut geeignet. Das ist aber ein Teil von dem was mich reizt, nämlich was anderes zu machen als bisher.
Eigentlich ist diese Kamera prädestiniert für Street-Fotografie. Etwas zu dem ich mich selten getraut habe, und dass ich dann noch seltener zeigen kann (ich respektiere idR das Recht am eigenen Bild). Aber wir werden sehen...
Was ich schon verraten kann ist, dass die technische Qualität der Bilder trotz "billiger" Voigtländer Linsen mich positiv überrascht hat. Da könnte sich manches Canon L eine Scheibe abschneiden!
Dieses ist aber imho nicht dem Sensor zu schulden, die Qualität dessen erscheint mir eher mittelprächtig.
Aber da werde ich (demnächst) noch näher drauf eingehen....
Definitiv NEIN!
Ich bin den Geruch von Essigsäure und Rotlicht sowas von über.............................................. .................................................. .................................................. ..........
Grüße!
Steffen
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FARBE ist nicht nur überbewertet, sie ist eine Illusion!
Willy (15.07.2010)






Schon mal was von Hyperfokaldistanz gehört?
Normalerweise bedeutet das, dass man eine Blende und ein Entfernung am Objektiv einstellt, und dann ist von der halben eingestellten Entfernung bis Undendlich alles scharf.
Diese "Schärfe" hängt vom sogenannten maximalen Zerstreukreisdurchmesser ab, der an den meisten Objektiven mit 0,03mm angenommen wird, was für eine Digitaltaufnahme eher dürftig ist. D.h. man braucht eine deutlich kleiner Blende als von der Schärfentiefenskala angezeigt wird, trotzdem ist mein Erfahrung mit DSLRs, dass das überhaupt nicht funktioniert. Man muss auf die Ecken fokussieren, weil die Objektive oft eine Bildfeldkrümmung haben, und die Schärfentiefe zu den Rändern offensichtlich abnimmt. Schuld ist daran imho die Pupillenvergrößerung, welche die Retrokonstruktionen von SLR-WW zur folge haben, die natürlich auf der anderen Seite die natürliche Vignettierung kompensieren....
Die (mehr oder weniger) Symmetrischen Konstruktionen für die Sucherkamera haben dieses Problem aber nicht (dafür die natürliche Vignettierung) und dort funktioniert das mit der Hyperfokaldistanz wieder!
Anbei ein Bild aus der M8 mit dem Voigtländer Skopar 4/21mm @ f5,6. Man beachte die Schärfentiefe in den Ecken, von dem Blumenkübel vorne rechts in vielleicht 1m Entfernung bis zum Dach im Hintergrund in bestimmt 10m Entfernung:
P.S.: Die Unschärfen im Laub in der Ecke oben links sowie in einigen Zweigen ist Bewegungsunschärfe. Die Aufnahme habe ich am abend mit relativ langer Belichtungszeit (1/20s) vom Stativ gemacht.
Geändert von zoz (15.07.2010 um 09:02 Uhr)
Grüße!
Steffen
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Willy (15.07.2010)






grüße
andreas
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